Wie dir ein ortsunabhängiges Business das Leben in Thailand ermöglicht

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Vor kurzem habe ich eine kleine Umfrage zu den drängendsten Fragen zum Thema „Auswandern nach Thailand“ durchgeführt. Dabei herausgekommen ist eine große Fülle an Fragen. Die meisten davon drehen sich um die Themen Visum, Krankenversicherung und die Lebenshaltungskosten. Diese Fragen beschäftigen alle (Möchtegern-) Auswanderer unabhängig von ihrem Alter und ich werde in den nächsten Wochen noch genauer darauf eingehen.

Doch es gibt noch eine weitere ganz wichtige Frage, die sich sehr viele, insbesondere die jüngeren unter euch stellen, die noch ein paar Jahre bis zur Rente haben.

Wie bitte soll ich mir das Leben in Thailand finanzieren???

Leider ist die Antwort darauf nicht ganz so einfach, wie in anderen klassischen Auswanderungsländern, in denen ausländische Arbeitskräfte gesucht werden. In Thailand ist das Jobangebot für Farangs eher überschaubar. Klar gibt es Stellen im Tourismusbereich, z.B. als Tauchlehrer oder Koch (allerdings fast ausschließlich für Küchenchefs. Selbst als Sous Chef wird es schon sehr schwer).Angebote gibt es auch im Verkauf, z.B. für Immobilien. Und auch einige Call Center bieten Stellen. Wer viel Glück und die entsprechende Qualifikation hat kann auch bei den großen Konzernen Arbeit finden.

Aber im großen und ganzen ist das Angebot nicht gerade groß.

Wenn es keine Arbeit als Angestellter gibt dann denken viele Auswanderer darüber nach sich selbständig zu machen. Naheliegende Ideen sind dabei Bars, Restaurants, Tauchschulen, Immobilienverkauf und Reisebüros. Allerdings gibt es all das bereits ohne Ende und die Wahrscheinlichkeit damit Erfolg zu haben ist äußerst gering.

Wie also können sich auch jüngere Menschen den Traum vom Leben oder zumindest das Überwintern in Thailand erfüllen?

Eine solche Möglichkeit ist es ortsunabhängig zu arbeiten.

Was meine ich damit?

Ortsunabhängig zu arbeiten ist im Prinzip nichts weiter als eine Art Geld zu verdienen ohne dabei von einem festen Ort aus arbeiten zu müssen.

Es gibt dabei die verschiedensten Varianten, wie ein solches ortsunabhängiges Arbeiten möglich ist. Grundsätzlich sind dabei zwei Möglichkeit zu unterscheiden:

1. Als Angestellter einer Firma, die keine Anwesenheit erfordert.
2. Als Selbständiger mit einem Business Modell, das keine Anwesenheit erfordert

In diesem Beitrag möchte ich dir die zweite Variante vorstellen, doch vorab ein paar Worte zum ortsunabhängigen Arbeiten als Angestellter.

Immer mehr Firmen bieten sog. Remote Work Arrangements, also die Möglichkeit die Arbeit zu erledigen ohne Anwesenheitspflicht in der Firma. Dies kann von zu Hause erfolgen, von einem Coworking Space oder grundsätzlich auch von Thailand aus.

Mehr zu diesem Arbeitsmodell findest du im Ratgeber: Remote: Office not required*

Selbständig in Thailand mit einem Online Business

Ich will dir aber jetzt die andere Variante vorstellen. Nämlich dich mit einem Online Business selbständig zu machen, das du auch von Thailand aus betreiben kannst.

Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeiten des Internets um mit eigenen Produkten oder Dienstleistungen ortsunabhängig, z.B. von Thailand aus, ihr Geld zu verdienen.

Ich selbst zähle übrigens auch dazu;)

Denn ich verdiene einen sehr großen Teil meines Lebensunterhalts ausschließlich über das Internet und könnte somit grundsätzlich überall leben. Einzig für die Organisation meiner Hochzeiten muss ich hin und wieder vor Ort sein.

Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, wie ich mein Geld verdiene.

Hier eine kleine Übersicht:

Ich habe eigene Informationsprodukte erstellt. Also die beiden Reiseführer, Das Handbuch für den ersten Phuket Urlaub und Phuket auf eigene Faust entdecken, sowie den Onlinekurs Thailändisch für Anfänger.

Außerdem empfehle ich diverse Produkte, die ich selbst nutze und mit denen ich zufrieden bin, wie z.B. die DKB Kreditkarte* und erhalte dafür eine Provision. Auch wenn du ein Hotel über meine Seite buchst, siehe meine Hotelempfehlungen, dann erhalte ich eine kleine Provision.

Ab und zu habe ich auch einen Werbepartner auf Phuketastic, der mich dafür bezahlt einen Banner zu schalten.

Außerdem betreibe ich noch einen weiteren Blog und Youtube Kanal und ich bin Inhaber einer Agentur für Hochzeiten auf Phuket.

Mein Hauptgeschäft ist aber inzwischen ganz klar Phuketastic Travel, meine Online Reiseagentur über die ich Ausflüge, Transfers, Mietwägen, Motorboote und vieles mehr organisiere.

All das habe ich mir in den letzten Jahre aufgebaut und kann inzwischen gut davon leben.

Und damit bin ich nicht alleine.

Auch Conni, Patrick, Peer, Sebastian und noch ein Sebastian, Carina, Markus, Mara, Ben und Holger und viele andere können gut bis sehr gut von ihren Blogs bzw den Angeboten, die sie darüber vertreiben leben.

Aber Blogging ist nur eine von vielen Möglichkeiten.

Thomas ist Selbstmanagement Experte und verdient sein Geld vor allem mit Kindle Ebooks, Tim bietet einen CAD Service für Architekten und Sebastian ist u.a. Freelancer für Übersetzungen und Online Marketing. Social Media und PR.

Hier einige der häufigsten Möglichkeiten Online Geld zu verdienen:

1. Freelancing (z.B: Übersetzer, Texter, Webdesign, Grafikdesign)
2. Blogging (Empfehlungsmarketing, Werbung etc)
3. Digitale Infoprodukte (z.B. Online Kurse, Ebooks, Mitgliederportale)
4. Nischenseiten (kleine Webseiten zu ganz speziellen Themen, mit Werbung oder Produkten)
5. Online Shop (Verkauf von physischen Produkte und Versand via externe Anbieter)

Dies ist nur eine kleine Auswahl. Aber mir geht es zunächst einmal darum dich überhaupt darauf aufmerksam zu machen, dass es diese Möglichkeiten gibt und du damit ausreichend Geld verdienen könntest, um in Thailand zu leben. Mehr Ideen für dein Online Business findest du hier.

Die Vorteile eines ortsunabhängigen Online Business

Sich selbständig zu machen ist natürlich immer mit einem kleinen Risiko verbunden, aber im Gegensatz zu den meisten Offline Business hat die Online Variante einige entscheidende Vorteile:

1. Du hast fast keine Startup Kosten

Du kannst für unter 100 Euro oder gar ohne irgendwelche Kosten loslegen. Du hast zu Beginn keine Fixkosten. Du brauchst kein Büro, keine Mitarbeiter und außer einem Laptop auch keinerlei Equipment.

Phuketastic z.B. hat mich zum Start gerade einmal 101 EUR gekostet. 30 EUR für ein Logo, 45 EUR für eine Designvorlage für den Blog und 25 EUR für ein Jahr Hosting und 1 EUR für das erste Jahr Email Autoresponder.

Das war alles.

2. Du kannst problemlos auch nebenbei anfangen

Während du ein Restaurant oder eine Tauchschule nicht mal so am Feierabend schmeißt kannst du mit dem Aufbau eines Online Business starten, auch wenn du noch eine Vollzeitstelle in der Heimat hast. Es reichen 1-2 Stunden neben der Arbeit um einen Anfang zu machen und dir ein erstes Einkommen aufzubauen.

3. Du kannst dein Business überall hin mitnehmen

Vielleicht willst du 3 Monate im Winter in Thailand verbringen, aber den Frühling und Sommer in Deutschland. Kein Problem. Dein Online Business begleitet dich überall hin. Und wenn du in Thailand lebst, dann kannst du von zu Hause, vom Cafe oder auch vom Strand aus arbeiten (wobei das gar nicht so toll ist, wie es sich anhört;))

Klingt gut aber du hast überhaupt keinen Plan wie das gehen soll!?

Das kann ich sehr gut verstehen. Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal von Online Business und Ortsunabhängigkeit gehört habe, dachte ich das wäre zu schön um wahr zu sein. Ein schöner Traum aber eben absolut unrealistisch.

Und heute, wo ich diesen Traum tatsächlich lebe frage ich mich immer wieder ob das eigentlich real ist was ich da mache. Ich habe erst heute meine Abrechnung für den letzten Monat gemacht und habe festgestellt, dass ich in den ersten 8 Monaten des Jahres bereits genausoviel verdient habe wie im gesamten Jahr 2014. Und im Jahr 2014 habe ich bereits mehr verdient als in meinen Angestelltenjobs, die ich zuvor in Thailand hatte. Von zu Hause aus wohlgemerkt!

Es ist also nicht nur ein unrealistischer Traum, sondern wirklich möglich. Natürlich nicht über Nacht und garantiert nicht ohne harte Arbeit. Jeder der dir etwas anderes erzählt ist unseriös!

Aber es ist absolut möglich.

Zurück dazu, wie du es schaffen kannst dir ebenfall ein ortsunabhängiges Business aufzubauen. Leider gibt es dafür keine pauschale Antwort. Es hängt ganz von deinen Interessen, deinen Kenntnisse und deiner Vorerfahrung ab.

Einen ersten Einblick findest du z.B. hier und hier und hier.

Das Wissen darüber, wie du ortsunabhängig dein Geld verdienen kannst findest du auf sehr vielen Seiten. Meiner Erfahrung nach ist die größte Hürde aber weniger das wie oder was.

Die größten Hürden sind deine eigenen Zweifel und dein Umfeld, das dich nicht versteht.

Ich selbst fand die Idee mein Geld im Internet zu verdienen schon immer großartig. Allerdings zweifelte ich daran, dass das ganze überhaupt funktioniert und vor allem ob ich dazu in der Lage wäre. Andere ja klar. Aber ich?

Und dann hatte ich niemand in meinem Umfeld der auch nur ansatzweise verstand, was ich da eigentlich vorhatte. Bis heute habe ich in meinem direkt Umfeld niemand, der sein Geld Online verdient.

Was mir unwahrscheinlich geholfen hat waren meine Online Kontakte. Gleichgesinnte, die ich im Laufe der letzten Jahre kennengelernt habe und die einen ähnlichen Weg eingeschlagen hatten wie ich. Mit vielen bin ich regelmäßig im Austausch. Wir geben uns Feedback, wir unterstützen uns und motivieren uns gegenseitig.

Ohne mein Netzwerk hätte ich mir wohl kaum ein funktionierendes Online Business aufgebaut.

Wenn du also mit dem Gedanken spielst dir ein ortsunabhängiges Business aufzubauen. Egal ob du schon länger mit dieser Thematik vertraut bist aber noch nicht so recht vorangekommen bist. Oder weil ich dich mit diesem Beitrag überhaupt erst auf den Gedanken gebracht habe.

Mein Nummer 1 Tipp für dich wäre deshalb:

Such dir eine Community von Gleichgesinnten, die dich auf deinem Weg unterstützt. Gleichgesinnte, mit denen du Ideen brainstormen kannst und du Feedback und Hilfe bekommst.

Ortsunabhängiges Geld verdienen ist das beste was mir je passiert ist.

Zumindest nach meiner Frau und meinem Sohn, die stehen immer an erste Stelle. Aber gleich danach kommt mein Online Business, denn es erlaubt mir gerade erst unglaublich viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen und in Thailand zu leben ohne mich kaputt zu arbeiten und damit Peanuts zu verdienen.

Ich kann dir nicht sagen, ob das für dich der richtige Weg ist. Aber ich würde dir empfehlen dich sehr intensiv mit den Themen Online Business und Ortsunabhängigkeit zu beschäftigen.

Für mich gibt es nichts besseres und ich könnte mir ganz ehrlich nie wieder etwas anderes vorstellen und ich wünschte mir das noch viel mehr Menschen von diesen unglaublichen Möglichkeiten wüssten und sie nutzen würden, die uns das Internet bietet.

Tipps fürs Schengenvisum und die legale Heirat mit deiner Thaifreundin – Interview mit Uwe Klemm

Heirat mit einer thailändischen Frau tipps schengenvisum

Inzwischen bin ich seit mehr als 7 Jahren verheiratet und dennoch kann ich mich noch gut daran erinnern, wie kompliziert es war die Legalisierung unserer Heirat zu organisieren.

Unvergessen bleibt dabei mein Besuch auf dem Standesamt meines Heimatortes, während eines 1-wöchigen, geschäftlichen Aufenthalts in Deutschland. Ich ging einen Tag vor Rückflug zum Gemeindeamt und bat darum mir ein Ehefähigkeitszeugnis auszustellen. Wohlgemerkt für mich….

Die nette Dame sagte: „Kein Problem“. Ich sagte: „Super, meine zukünftige Frau ist aber nicht aus Deutschland“. Darauf sie: „Oh!“ und nahm einen dicken Ordner aus dem Regal, „woher kommt denn ihre Verlobte?“

Auf meine Antwort: „Aus Thailand“ wurde der dicke Ordner wieder zurückgestellt und stattdessen mit einem tiefen Seufzer ein doppelt so dicker Ordner aus dem Regal gewuchtet….

Und dann erhielt ich mehrere Seiten voller Unterlagen, die für die Ausstellung meines Ehefähigkeitszeugnis gebraucht würden. Darunter auch die Ledigkeitsbescheinigung meiner zukünftigen Frau.

Warum das deutsche Standesamt die Bestätigung der Ledigkeit meiner Frau für die Bestätigung MEINER Ehefähigkeit benötigt das ist mir bis heute ein Rätsel.

Jedenfalls habe ich an diesem Tag kein Ehefähigkeitszeugnis bekommen und musste unverrichteter Dinge wieder nach Thailand fliegen.

Etwa 7 Monate und einige hundert Euro später waren dann alle Unterlagen beisammen, übersetzt und beglaubigt, zurück übersetzt, gegenbeglaubigt und wir waren offiziell in Thailand und auch in Deutschland verheiratet.

Die Eheschließung mit einer thailändischen Frau ist leider alles andere als ein einfacher Prozess und birgt viele Hürden und Hindernisse.

Interview mit Uwe Klemm – Tipps für die Eheschließung mit Thais

Diese Erfahrung musste auch Uwe Klemm machen, als er seine Frau heiratete. Seine Erfahrungen und den gesamten Ablauf hat er dokumentiert und durch viele Recherchen und Gespräche ergänzt einen Ratgeber geschrieben, der anderen Paaren dabei hift die Hürden der Bürokratie leichter zu überwinden. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Ganz aktuell hat Uwe auch noch einen zweiten Ratgeber herausgebracht, der sich mit dem ebenfalls sehr wichtigen Thema der Beschaffung eines Schengenvisums für die thailändische Freundin beschäftigt. (Hier kannst du dir den Ratgeber ansehen)

Denn auch wenn überhaupt keine Hochzeit im Raume steht und es nur um eine ganz normaler Urlaubsreise nach Europa geht ist dies nicht so ohne weiteres möglich.

Leider ist auch dieses Thema nicht so einfach und in sehr vielen Fällen werden Visaanträge abgelehnt.

Warum dies so ist, was man dagegen tun kann und welche Tipps und Tricks er sonst noch auf Lager hat, darüber habe ich mich mit Uwe unterhalten.

Die wichtigsten Tipps aus dem Interview:

1. Gute Vorbereitung ist alles

Je besser du vorbereitet bist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es mit dem Visum klappt bzw, dass die Kosten und Zeitaufwand für die legale Eheschließung im Rahmen bleiben.

2. Die Dokumente auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüfen

Die angefragten Dokumente können sich ändern bzw unterscheiden sich teilweise je nach Behörde und Ausgangssituation, darum ist es sehr wichtig genau zu wissen, was gebraucht wird und ob alles korrekt vorhanden ist. Darüber hinaus unbedingt die richtige Schreibweise z.B. von Namen überprüfen lassen. Sollte es in den Unterlagen fehlerhafte Schreibweisen geben werden diese abgelehnt und müssen neu ausgestellt werden, was weitere Kosten und Zeitaufwand bedeutet.

3. Unbedingt überprüfen ob die Partnerin bereits einmal legal verheiratet war und wenn ja, ob diese Ehe rechtsgültig geschieden wurde

Viele Ehen werden in Thailand gar nicht erst eingetragen. Und wenn sie legal auf dem Bezirksamt (Amphö) eingetragen wurden, dann werden sie oftmals bei einer Trennung nicht rechtskräftig geschieden. Man geht seiner Wege und das wars. Darum vor einer erneuten Heirat unbedingt klären ob dies vorab noch geschehen muss.

4. Der Knackpunkt bei der Ausstellung des Schengenvisums ist die Rückkehrbereitschaft

Grundsätzlich gehen die (deutschen) Behörden wohl eher davon aus, dass eine Rückkehrbereitschaft in den meisten Fällen nicht gegeben ist. Um also ein Visum zu bekommen gilt es die Behörden zu überzeugen, dass es gute Gründe für eine Rückkehr gibt.

5. Ganz wichtig ist der Eindruck, den die Antragsstellerin auf der Botschaft macht

Die thailändische Antragsstellerin sollte sich möglichst dezent kleiden, keinen übermäßigen Goldschmuck, keine tiefen Ausschnitte oder Miniröcke und sollte sich bemühen eine angemessene, höfliche Sprache zu wählen.

Klingt vielleicht oberflächlich, aber sofern eine Dame den Anschein erweckt aus dem käuflichen Gewerbe zu stammen bzw aus einer der ärmeren, gesellschaftlichen Schichten (und somit mittellos zu sein) so wird das Visum in fast allen Fällen abgelehnt.

Und hier findest du die wichtigsten Links aus dem Video:

Die Bücher von Uwe Klemm auf Amazon (als Taschenbuch und Kindle)

Wie heirate ich (m)eine Thai – Insider Wegweiser durch den Papierkram

Schengenvisum für (D)eine Thai – Insider Wegweiser durch den Papierkram

Auszeit vom Job – Lebe deinen Traum: Sabbatical statt Burn Out

Die Buchkritik auf Farang.com:

http://der-farang.com/de/pages/wie-heirate-ich-meine-thai

Die Webseiten von Uwe Klemm:

http://www.uwe-klemm.eu

http://myasia.uwe-klemm.eu

Ich hoffe, dass du einige wichtige Tipps aus dem Interview mitnehmen konntest. Welche Erfahrungen hast du mit dem Visaantrag und der Legalisierung der Ehe gemacht?

Interview mit Paul Meyns. Ein deutscher Auswanderer in Pattaya – Teil3

AUswandern nach Pattaya - Interview mit Pail MeynsTeil 3

Das ist der 3. Teil des Interviews mit Paul Meyns von auswandern-thailand.com, einem Deutschen, der mit Frau und Kind nach Thailand ausgewandert ist. Das Interview ist sehr spannend und ausführlich, warum ich es der besseren Lesbarkeit wegen in 3 Teile unterteilt habe.

In Teil 1 beschreibt Paul, wie es in nach Thailand verschlagen hat, wo er lebt und wie es ihm dort gefällt.
In Teil 2 dreht sich alles darum wie Paul seinen Lebensunterhalt bestreitet, ob er Thai spricht und was die Besonderheiten des Lebens mit Kind in Thailand sind.
In Teil 3 geht es dann darum, wie es Paul in Thailand insgesamt gefällt, ob er sich vorstellen kann für immer hier zu bleiben und seine Tipps für alle, die ebenfalls Auswandern möchten.

 9. Was gefällt Dir an Deinem Leben in Thailand? Was weniger? Gibt es etwas das Du vermisst?

Was mir gefällt, sind einmal die schon genannten gesundheitlichen Vorteile. Die Wärme ist das Wichtigste, die pure Sonne muss ich nicht unbedingt haben. Jetzt in der sog. Regenzeit, die in Pattaya ja immer sehr moderat ausfällt, ist es für mich oft genau richtig: warm, aber nicht heiß.

Was mir überhaupt nicht gefällt, ist der Umgang der Thais mit Abfall, Müll und Lärm, was eine andere Art von Abfall ist. Hier sind die schmalen Bürgersteige, z. B. an der Jomtien 2nd Road so kaputt, dass man dauernd auf die Fahrbahn ausweichen muss. Diese riesigen, kratergroßen Löcher und Baustellen bestehen anscheinend seit Jahren und sind mit Abfällen, Unrat und Wasser gefüllt und das Gras wächst heraus. Hinter unserer Condo-Anlage sind noch etliche freie Grundstücke, teilweise mit kleinen Seen. Die Grundstücke, die Seen und die Straßen werden von den Thais als beliebte Mülldeponien angesehen und täglich mehr zugeschüttet. Die Natur ist den Menschen hier keinen Cent wert. Dieses Verhalten stört mich immer noch oder immer wieder, aber grundsätzlich wusste ich vorher, dass es in Thailand und Süd-Ost-Asien so ist. Es war vor vierzig Jahren in Italien nicht viel anders, viel Müll an Stränden und Straßen. Allerdings waren die Straßen, Häuser und Plätze dort immer schon sehr schön anzusehen und eine Klasse für sich. Sehenswerte Architektur und ansprechende Bauten, schön gestaltete Straßen und Plätze, das fehlt hier in Pattaya und in Thailand generell völlig.

Was ich vermisse ist Kultur, d. h. schöne Kunstausstellungen von namhaften Künstlern in wunderbaren Museen oder Ausstellungshallen. Die vielen Wats und Tempel in Thailand sind schön und gut, aber auf Dauer genauso einseitig und langweilig, wie immer nur Kirchen oder Klöster anzuschauen.

Nahrungs- oder Genussmittel, die man hier nicht bekommt, lass ich mir gelegentlich von Freunden aus Deutschland mitbringen. Also an bestimmter Schokolade, an gutem Käse oder Salami fehlt es letztlich nicht. Und mein Jeeper auf manche Dinge hat auch nachgelassen.

10. Planst Du für immer in Thailand zu bleiben oder könntest Du Dir auch vorstellen wieder nach Deutschland zurück zu kehren?

Diese Frage kann ich nach gut einem Jahr überhaupt noch nicht beantworten. Ich kann mir vorstellen lange hier zu bleiben, ob in Pattaya oder anderswo entlang der Ostküste völlig offen. Ich kann mir gut vorstellen woanders in Thailand zu leben, aber eher in oder in der Nähe einer größeren Stadt. Chiang Mai hat mir gut gefallen, Udon Thani, Surin oder andere größere Städte im Isaan weniger. Aber man kann dort überall gut leben, wenn man einen schönen Platz für sich gefunden hat. Für die meisten wird der eher auf dem Land in der Nähe dieser Städte liegen. Soweit bin ich noch nicht. Unser Grundstück im ländlichen Isaan, auf den Namen unseres Sohnes gekauft, wird von der Familie bewirtschaftet und es wachsen Mangos, Bananen, Süßkartoffeln und vieles andere dort und das wird so bleiben.

Es wird auch sehr von unserem Sohn abhängen, wenn er nächstes oder übernächstes Jahr in die Schule gehen muss, wo wir leben werden. Bis dahin werden wir wissen, ob wir als Schulstandort Deutschland oder Thailand für ihn wollen. Und dort werden wir dann auch den größten Teil des Jahres leben. Leider sind die Ferien in D. so zerhackt und übers Jahr verteilt und es gibt keine wirklich langen Sommerferien wie in anderen Ländern, in denen man dann länger nach Thailand gehen könnte. Hinzu kommt: Meine Frau lebt ohnehin viel lieber in Deutschland und es wäre überhaupt kein Problem für sie wieder dort zu leben, auch weil sie dort leichter eine Arbeit findet und zu besseren Bedingungen als in Thailand. Und das kühl-nasse Wetter, ist nur ein Thema für Deutsche. Thais gehen da anscheinend anders mit um. Sie hat noch nie in D. gefroren oder auch nur einen Tag übers Wetter gejammert.

11. Hast Du abschließend ein paar Tipps für auswanderungswillige Leser bereit?

Man sollte vorher unbedingt ein paar Mal im Land gewesen sein und möglichst sich schon vorher mehrere Orte angesehen haben. Man sollte die Übersiedlung, egal ob ganzjährig oder nur für mehrere Monate jedes Jahr, sehr genau planen. Vor allem sollte man seine Finanzen nicht rosig rechnen, denn das Leben ist in Thailand für Farangs wesentlich teurer als für Thais, weil wir nicht so “ärmlich” leben können und wollen wie diese. Früher wurden mal 300, dann 500, jetzt 800 Euro als gesamte Lebenshaltungskosten für Thailand genannt, mit denen man hier gut (!) leben könne. Ich rede hier nicht von den reinen Kosten für Nahrung, Unterkunft und Kleidung, sondern denke dabei an alle möglichen Kosten, auch wenn manche nur unregelmäßig oder selten auf einen zukommen.

Ich würde sagen, auch mit 800 € muss man sich schon deutlich einschränken und darf nur noch jeden Tag Reissuppe und Nudeln an einer Garküche essen. Vor allem, wenn man die Kosten für eine Krankenversicherung hinzu rechnet und das sollte man unbedingt. Auch ein eventuell mal notwendiger oder erwünschter Rückflug und dessen Kosten werden meistens großzügig übersehen und bleiben außen vor. Und wenn, dann werden nicht wirklich alle Kosten zusammen gezählt. Ein Flug besteht nicht nur aus dem Preis für das Ticket, da kommen noch die Kosten für An- und Abfahrten, Versicherungen, Verzehr, evtl. Zwischen-Unterkunft und andere Dinge hinzu. Das läppert sich.

Und mit Kindern kann Thailand sehr, sehr teuer werden, vor allem, wenn man europäische Standards an Schulbildung anstrebt. Schulgeld von bis zu 800 € monatlich sind nichts Ungewöhnliches. Und drei Krankenversicherungen, die in Thailand und mindestens einige Wochen jedes Jahr auch in Deutschland gelten, kosten eine Menge Geld. Wir zahlen aktuell rund 550 € und das ist vergleichsweise noch nicht mal viel. Wer über 65 oder 70 ist, kann das leicht schon für eine Person aufbringen müssen jeden Monat. Eine abgespeckten Thai-Versicherung, wo beispielsweise nur ein stationärer Aufenthalt bis zu gewissen Höchstsummen versichert ist, ist einiges billiger. Aber dafür hat man eben auch ein größeres Risiko, dass man damit nicht hinkommt. Nehme ich einen meiner drei schweren Unfälle, weiß ich, dass ich das hätte in Thailand nicht behandeln lassen können und hätte die Thai-Versicherung dann auch die Behandlung in Deutschland plus anschließender Reha bezahlt. Vom Flug ganz zu schweigen. Wohl kaum!

Für viele Ältere ist Thailand dennoch die beste aller Lösungen, die haben sich gut eingerichtet hier und kommen klar. Das gilt für die Mehrheit, aber eben nicht für alle. Eine nicht gerade kleine Minderheit an älteren (oft auch schon jüngeren) Farangs kommt eben nicht so gut zurecht. Hier nicht und wahrscheinlich in ihrer Heimat auch nicht. Manche führen auf Grund des engen Finanzrahmens notgedrungen einen eher ärmlichen Lebensstil, das macht meistens nicht glücklich und andere fassen nicht richtig Fuß hier. Da wird dann vieles mit Alkohol und Sex, wenn das Geld dafür noch reicht, immer wieder zugedeckt. Bis es irgendwann nicht mehr geht. Etliche leben ein eher karges Leben hier und ich glaube nicht, dass sie sich ihren Lebensabend wirklich so gewünscht haben. Für das nächste Non-Immigrant-Visa muss man ein Bankguthaben von bis zu 800.000 Baht nachweisen können und sich u. U. dieses immer wieder bei Bekannten zusammen leihen und für drei Monate auf das eigene Thai-Konto packen, weil man diese Bescheinigung der Bank über die Ersparnisse braucht. Oder man spart auf einige tausend Baht, um das Visum in der Immigration “unter dem Tisch zu kriegen”. Das macht jedes Jahr enormen seelischen Druck, vor allem, wenn es mal nicht mehr klappen sollte.

Ich kenne hier Rentner, über 70, die haben einige tausend oder eher zehntausend Euro Ersparnisse und sich genau ausgerechnet wie viele Jahre sie ihren Pattaya-Lifestyle mit Wein, Bier und Weib noch so weiterführen können. Und wenn in einigen Jahren das Geld verpulvert ist, werden die meisten vermutlich nicht sagen, ach, waren das schöne Jahre hier und ich bin dankbar dafür und jetzt lebe ich halt die kommenden Jahre ohne all diese schönen Dinge weiter bis an mein Ende. Das dürfte schwer werden, vor allem, wenn dann noch gesundheitliche Probleme, die bei etlichen irgendwann hinzu kommen.

Irgendwann wird der thailändische Staat womöglich eine Krankenversicherung zur Pflicht machen und dann dürften mindestens 50 % der über 65jährigen hier finanziell nicht mehr zurecht kommen und nach Deutschland zurück müssen. Dieses Damoklesschwert ist noch einigermaßen weit weg, aber nicht ganz unrealistisch.

Und man sollte, auch wenn es einem manchmal schwer fällt, lernen, über vieles hinweg zu sehen, was hier nicht klappt oder einfach anders ist. Sonst macht man sich das Leben zu schwer und wird zu einem freudlosen Nörgler. Und wer die Männergruppen an den Beaches und in den Bars kennt, die dort jeden Tag aufschlagen, der weiß, dass meistens geschimpft wird, auf alles in Deutschland sowieso und auf Thailand im Besonderen.

Das soll nicht heißen, dass man alles gut finden soll, wie es hier ist. Man muss halt wie sonst auch im Leben differenzieren können, zwischen dem was einfach Thailand und seine Menschen ausmacht und auszeichnet und dem was abstellbare und nicht tolerierbare Mängel sind. Wenn zum Beispiel in einer Condo-Anlage kein einziger Feuerlöscher greifbar oder installiert ist, bzw. alle nicht mehr zulässig sind, da viel zu alt und sie nie überholt wurden, dann sollte man das nicht mit DiT, “Das ist Thailand” und mit einem herzhaften Lachen übergehen. Denn das ist einfach nur kriminell und sonst gar nichts und muss dringend geändert werden.

Paul, vielen Dank für das Interview!

Hier findest Du Teil 1 und Teil 2 dieses Interviews.

Interview mit Paul Meyns. Ein deutscher Auswanderer in Pattaya – Teil2

 

Das ist der 2. Teil des Interviews mit Paul Meyns von auswandernthailand.coAUswandern nach Pattaya - Interview mit Paul MeynsTeil 2m/, einem Deutschen, der mit Frau und Kind nach Thailand ausgewandert ist. Das Interview ist sehr spannend und ausführlich, warum ich es der besseren Lesbarkeit wegen in 3 Teile unterteilt habe.

In Teil 1 beschreibt Paul, wie es in nach Thailand verschlagen hat, wo er lebt und wie es ihm dort gefällt.
In Teil 2 dreht sich alles darum wie Paul seinen Lebensunterhalt bestreitet, ob er Thai spricht und was die Besonderheiten des Lebens mit Kind in Thailand sind.
In Teil 3 geht es dann darum, wie es Paul in Thailand insgesamt gefällt, ob er sich vorstellen kann für immer hier zu bleiben und seine Tipps für alle, die ebenfalls Auswandern möchten.

5. Hast Du vielleicht ein paar “Geheimtipps für Pattaya”, die der normale Urlauber nicht kennt?

Da fallen mir viel eher die hässlichen Seiten und Orte von Pattaya ein, als die schönen, denn die sind rar gesät. Pattaya bietet vieles, aber nichts wirklich Schönes. Keine schöne Architektur, keine alten oder auch neuen Gebäude mit Charakter und Klasse, sondern oft das genaue Gegenteil. Keine schönen Straßen und selbst die Strände sind eng und hässlich und das Wasser oft verschmutzt. Das ist leider die Wahrheit, die viele, die hier als Expats leben nicht gerne hören und das lieber ausblenden und noch ein “Leo” oder „Chang“ bestellen. Es gibt hier eigentlich nichts, was mit irgend einer deutschen oder europäischen Großstadt mithalten könnte. Nicht einen schönen Park, außer Nong Nooch außerhalb, aber das ist auch kein Park wie ihn jede Großstadt hat, zum spazieren gehen, Ball spielen, sonnenbaden, Fahrrad fahren oder auf einer Parkband in die Sonne blinzeln. Das ist eher ein Disneyland-Park, klein, auf engstem Raum und alles künstlich auf Park gestylt. Und Asiaten glauben wahrscheinlich auch, dass Parks immer so künstlich und wenig natürlich aussehen. Das mögen die Asiaten anscheinend so bzw. sie kennen es nicht anders.

Wäre Thailand in seiner Geschichte ähnlich wie Vietnam, Kambodscha und Thailand von einer europäischen Kolonialmacht beherrscht worden, hätte man sicherlich baulich in Bangkok und anderen Städten viele schöne Häuser und intakte Straßen der Gründerzeit erhalten. So hat Thailand immer in seinem eigenen Saft geschmort und hat dadurch viele Impulse verpasst. Und eine weitere These: Hätte es die Kolonialkriege der Franzosen in den 50er Jahren in Indochina und dann der Vietnamkrieg der US-Amerikaner nicht gegeben, wäre die wirtschaftliche Entwicklung Vietnams als ein Beispiel sicherlich viel dynamischer gewesen und Thailand hätte dann nicht von der Rückständigkeit Indochinas profitieren und sich so entwickeln können, wie es jetzt passiert ist.

Aber noch ist die Geschichte Süd-Ost-Asiens nicht geschrieben, alles entwickelt sich dynamisch weiter und die alten französischen Kolonial-Staaten holen gewaltig auf und könnten Thailand eines Tages einholen oder sogar überholen.

Jetzt habe ich ein wenig abgeschweift. 🙂 Meine Tipps für Pattaya sind eher kleinere Sachen, keine Blockbuster dabei. So gefällt mir der Fischmarkt in Naklua, also in Nord-Pattaya gut. Der ist uralt und hat damit einen eigenen Charakter. Man läuft teilweise durch die engen Gänge mit den Meerestieren links und rechts über Bretter und Bohlen, darunter ist Wasser. Man kann mit dem Baht-Bus vom Delphin-Kreisel am Eingang zu Naklua dorthin fahren, vielleicht 3 km bis zum Lan Pho Public Park der direkt davor in einer Kurve liegt.

Der Fischmarkt in Naklua findet täglich statt. Eine große Auswahl an fangfrischen Fischen, Muscheln, Krebse und Gemüse sind hier zu günstigen Preisen zu bekommen. Einige Restaurants sind auch vertreten. Auf den Karten wird Naklua oft auch Nah Klua oder Na Kluea geschrieben.

Gerne sind wir auch zur Abwechselung und zum Einkauf des täglichens Bedarfs nach Pattaya zur Pattaya Tai, Ecke Soi Buakhao gefahren. Kurz dahinter liegt der Soi Buakhao Market, den es immer nur Dienstags und Freitags tagsüber gibt.

Hier werden Kleidung, Haushaltswaren, Spielzeug, Essen, Musik CDs und alles Mögliche für den täglichen Gebrauch angeboten. Auch einige Bargirls sind hier anzutreffen, um dort das über Nacht verdiente Geld in neuen Schuhen oder Kleider zu investieren. Meistens ist aber auch die „Große Urlaubsliebe“ bei der morgenlichen Einkaufstour mit dabei, wo dann die Shoppingtour etwas größer ausfällt, da der „Custumer“ ja alles bezahlt.

In Pattaya ist es schön, ab und zu mal auf den Hügel zum Big Buddha zu fahren, dem höchsten Punkt der Stadt. In der Nähe, etwas darunter und davor, befindet sich auch der Pattaya Aussichtspunkt. An beiden Orten kann man sich ein wenig bewegen und abschalten, einen Hauch von Natur und vor allem den großartigen Blick über die Bay von Pattaya genießen. Allerdings ist gerade ein Riesenhotel im Bau, dass diesen ungestörten Blick bald kräftig stören und unmöglich machen wird. In Pattaya sind Geld und Gewinne stets wichtiger als jede Stadtplanung und der Erhalt der wenigen natürlichen Attraktionen. Und die „blöden Touristen“ werden ja eh weiterhin kommen, davon wird grundsätzlich hier ausgegangen und damit ist das Thema erledigt.

Ansonsten muss man weiter fahren, wenn man etwas schönere, breitere oder ruhigere Strände sehen will. Entweder in Richtung Satthahip und Rayong im Osten oder westlich nach Sri Racha oder Bang Saen. Die Qualität des Wassers und der genannten Strände variert stark. Oder man fährt auf die sehr schnell vom Bali Hai Pier in Pattaya zu erreichende Insel Koh Lan oder die mit einer Autofahrt verbundene Überfahrt zu Koh Samet, Richtung Rayong. Beides hat seine Reize und ist eine schöne Abwechselung, vor allem in der Woche. Am Wochenende kommen die Tagestouristen aus Bangkok, dem nördlichen Thailand und dem Isaan. Dann wird es laut und voll, es wird gern und viel Whisky getrunkenen und oft laut eine bestimmte bei Thais beliebte Disco-Musik gespielt.

6. Wovon bestreitest Du Deinen Lebensunterhalt in Thailand?

Wir leben von meinen Altersbezügen und wenn es nicht reicht geht es zur Not an die Substanz, an die Rücklagen. Ich arbeite hier nicht, ist ja auch strikt verboten, selbst ohne Bezahlung dürfte man nicht arbeiten, mit einem Non-Immigrant-Visum-O. Meine Frau hat bislang keine angemessene Arbeit gefunden, wo sie ihre bislang guten deutschen Sprachkenntnisse einbringen kann. Leider sind die thailändischen Arbeitgeber sehr starr in ihrem Denken. Sie wollen einen Angestellten am liebsten für wenig Geld, aber dann den ganzen Tag und möglichst sieben Tage die Woche “kaufen” und frei nach ihrem Gusto über ihn verfügen.

Eine Arbeitszeit von früh morgens von 7 oder 8 h bis abends um 20 oder 21h wurde ihr angeboten, als Dolmetscherin in einem Hospital in Pattaya für deutsch-, im Einzelfall auch für englisch-sprachige Patienten. Sie hätte aber ständig im Hospital in einer Art Rufbereitschaft bleiben müssen und sich dort bereithalten müssen für einen eventuellen Einsatz. Also insgesamt vermutlich zu 80 % Leerlauf jeden Tag. So ähnlich wie das in Thailand im Einzelhandel jeden Tag zu beobachten ist, wo die Verkäufer gelangweilt stundenlang auf einen Käufer warten müssen. Aber wer in Deutschland gearbeitet hat, der hat dazu verständlicherweise keine große Lust mehr, denn es würde bedeuten, dass meine Frau unseren Sohn praktisch nur noch an den wenigen freien Tagen überhaupt zu sehen bekäme. Für uns nicht akzeptabel, selbst bei einem überdurchschnittlichen Gehalt, was angeboten wurde, nicht.

7. Sprichst Du Thai? Wenn ja, wie hast Du es gelernt? Wenn nein, siehst Du das als problematisch für Dein Leben in Thailand an?

Ich spreche kein ausreichendes Thai, außer einigen Floskeln für den täglichen Umgang. Meine thailändische Familie hat das schon seit langem kritisiert, sie wollen sich gerne mit mir direkt unterhalten können, sagten einige. Nur ein Wort jeden Tag bräuchte ich doch lernen, hat ein Onkel mal vorgeschlagen. Dabei ist es geblieben. Ich weiß, dass ich in jungen Jahren Sprachen leicht in mich aufsaugen konnte, egal wo ich in Urlaub war. Aber das waren Sprachen der europäischen und lateinischen Sprachfamilie. Komme ich heute nach Spanien, Italien oder auch Niederlande oder Dänemark, lerne ich jeden Tag im vorbeigehen neues. Das ist ganz leicht.

Aber das Thailändische hat damit nun überhaupt nichts gemein und dann auch noch die andere Schrift. Und wenn ich in Kambodscha oder Laos bin, ist dort die Sprache und die Schrift noch wieder anders. Also da fehlte mir bisher die Motivation. Allerdings habe ich mir hier auch Unterrichtsstunden bei drei verschiedenen Thai-Lehrern in den angesagten Instituten probeweise angesehen. Das hat mich nicht überzeugt, die Lehrmethoden sind von anno dazumal, das ist eine umständliche Quälerei und müsste mit modernen Methoden leichter und schneller gehen. Habe einen Tipp für ein modernes Institut in Bangkok bekommen, das werde ich mir mal ansehen.

Und mit meiner Frau ging das Lernen noch nie gut, das gibt zu schnell Streit. Und sie will es auch nicht, sie hat auch ihr Deutsch in Deutschland sehr gut in den Pflicht-Sprachschulen gelernt und nur ein wenig mit und von mir. Und da ist sie stolz drauf. Einige Thais und andere Zuwanderer lernen dort dennoch sehr wenig deutsch, selbst nach 800 oder 1000 Stunden. Das liegt immer auch an der eigenen Motivation und Einstellung und auch daran, wieviel und welche Schulbildung man früher in Thailand genossen hat, welche Voraussetzungen man mitbringt. Ob man das Lernen überhaupt gelernt hat. Und ich behaupte es liegt auch daran, ob man den Kurs vom deutschen Staat kostenlos kriegt oder ob man dafür voll bezahlen muss, wie es bei uns war. Zahlt man selbst, hat man sofort eine andere Einstellung und will auch etwas erreichen.

8. Du bist ja mit Kind ausgewandert. Welche besonderen Schwierigkeiten waren bzw. sind damit verbunden?

Wie schon angedeutet, war es nicht leicht einen guten Kindergarten für unseren Sohn hier zu finden. Wir haben uns etliche vorher angesehen und dennoch zunächst voll daneben gegriffen. War einerseits aber auch hilfreich, weil ich jetzt genau weiß, wie so ein Tag eines kleines Kindes in einem eher durchschnittlichen staatlichen thailändischen Kindergarten aussieht. Ganz schrecklich, denn die meiste Zeit musste unser Sohn dort stillsitzen, solltte überdies still sein und sollte sich immer nur das ansehen und anhören was zwei Lehrerinnen, hier gibt es ja keine Erzieherinnen, vormachen und höchstens mal im Chor etwas nachplappern. Im ersten Kindergarten waren etliche Kameras in jedem Raum des Kiga untergebracht und so konnten die Eltern das zu Hause live mit erleben. Nach gut drei Wochen dieser Tortur haben wir ihn herausgenommen, denn ein Gespräch mit der Leitung erwies sich als sinnlos. Die verstehen unsere Bedenken und Wünsche gar nicht, man redet aneinander vorbei, ach wenn auf Thai gesprochen wurde. Die Lehrerinnen dort kennen es eben selbst nichts anders, sind ihrem Denken verhaftet und da sind uns die kulturellen Unterschiede im Denken und Fühlen zwischen Asiaten und Nordeuoropäern sehr deutlich ins Auge gesprungen.

Schlecht ist ferner, dass wir soweit von den anderen Kindern und dem Kiga entfernt leben, dass außerhalb des Kiga ein Kontakt schwierig ist und meistens ausbleibt. Das war in D. im Stadtteil leichter, auch wegen der öffentlichen Verkehrsmittel, die es hier ja überhaupt nicht gibt. Oder wie soll man zur “Dark Side”, mit den unendlich vielen neuen Village-Ghettos auf der anderen Seite der Sukhumvit und der Bahnlinie von Pattaya kommen, außer mit Auto oder Motorbike bei ständig dichtem Verkehr und verpesteter Luft dorthin und zurück.

Ferner kennt man in Thailand keine öffentlichen Spielplätze! Es gibt sie einfach nicht. Wenn, dann sind es welche in privaten in Condo-Anlagen oder Villages. Das ist schrecklich für Kinder in der Stadt. Und Radfahren oder Fußballspielen, was er in D. so gerne draußen gemacht hat, geht hier auch überhaupt nicht. Alles ist zugebaut oder man darf oder kann verwaiste, unbebaute Grundstücke nicht betreten. Es auch gibt keine freien Sport- oder Bolzplätze, keine Fahrradwege, nicht mal halbwegs passierbare Bürgersteige. Meistens viel zu schmal, oder ohnehin kaputt, baufällig mit riesigen Kratern oder vollgestellt mit Masten, Kästen, Mülltonnen etc.

Und so sitzen die meisten Thai-Kinder in der Stadt vor der Glotze oder haben ein Tablet vor sich. Bewegung und Bewegungsspiele dürften die ihre ganze Kindheit über nicht kennen lernen. Für Thais normal, für Europäer ganz schrecklich. Vielleicht gleichen die Schulen oder der Schulsport einiges aus, aber ich habe da größte Zweifel, was ich so gesehen habe. Alles ist sehr auf Disziplin ausgerichet, da werden die Energien der Kinder immer nur ausgebremst. Auf dem Land sieht es da teilweise besser aus. Dort ist wenigstens mehr Raum sich zu bewegen und mit einem alten Fahrad herum zu fahren, falls ein Kind dort so etwas hat.

Positiv war es die ersten zwei Jahre seines Lebens bei unseren Besuchen in Thailand zu sehen, wie vernarrt die Thais, speziell die Frauen in unseren Farang Noi, dem kleinen Farang, sind. Jeder, ob in Bangkok oder in einem Dorf, wollte ihn auf den Schoß haben und anfassen. Das hat aber jetzt mit drei und vier Jahren stark nachgelassen bzw. aufgehört. Es ist vermutlich so wie mit kleinen Hunden, die hier auf den Märkten angeboten werden. Die sind als Babies ganz süß und knutschig und jeder will gerne eines haben und anfassen, aber nach zehn Monaten wird der fast ausgewachsene Hund auf die Straße geschickt und darf sehen wie er alleine klar kommt. Ich weiß, das klingt böse, aber es hat mich daran erinnert, weil ich den Umgang mit Hunden hier genau so erlebt habe. Aber unser Sohn hat ja primär seine Eltern und die lieben ihn für immer und ewig, egal was immer passieren mag.

Positiv ist auch, dass er dank des Hastin Kindergartens jetzt neben Deutsch auch Thailändisch nahezu perfekt und auch Englisch schon gut spricht. Kleine Unterhaltungen kann er jetzt auch in Englisch bestreiten und man kann ihn auf Englisch ansprechen und er antwortet auf Englisch. Das ist toll und macht uns mächtig stolz und das hätte er in Deutschland mit drei und vier Jahren nicht gehabt und nicht lernen können. Thai natürlich nicht und Englisch nur, wenn wir ihn dort in einen privaten internationalen Kindergarten geschickt hätten. Die staatlichen deutschen Kigä bieten ja meistens nur ein „Early English“ mit fünf Jahren zwei Stunden die Woche an. Das ist gar nichts. Viel zu spät und viel zu wenig. In der frühkindlichen Bildung ist Deutschland immer noch kein moderner internationaler Wirtschaftsstandort, sondern ein stehengebliebenes Agrarland und teilweise auf dem Niveau von Russland und ähnlich rückständigen Ländern. Allerdings dürften die meisten Staaten der EU da fürchterlich weit hinten sein, außer den nordeuropäischen Ländern vermutlich.

Und positiv ist auch, dass er hier in Thailand fast jeden Tag in den Pool gehen kann. Weil das Wetter ganzjährig das Baden möglich macht und weil es hier zwei große Pools mit unterschiedlichen Tiefen und Bereichen in der Condo-Anlage gibt. Und nach Wasser ist er immer noch verrückt. Im Kiga kann er allerdings auch einmal die Woche ins Wasser, da freut er sich schon am Tag vorher drauf. Allerdings scheut er zu unserem großen Leidwesen die 300 oder 400 Meter zum Strand und zum Meer. Er hat beim Baden letztes Jahres nach unserer Ankunft jedes Mal im Meer ein Hautjucken bekommen und wollte dann schon bald überhaupt nicht mehr ins Wasser. Und seitdem steht er dem Meer, dem Baden, aber auch dem Sand am Strand etwas skeptisch und zurückhaltend gegenüber. Das finde ich sehr schade, weil er damit auch oft keine Lust hat, einfach nur am Strand ein wenig mit mir zu Laufen. Und ich laufe gerne am Strand entlang, insbesondere wenn Ebbe ist und wenn dort bei den extrem schmalen Stränden in Pattaya/Jomtien mal herrlich viel Platz ist.

Ich habe ja mit ihm zuletzt einige Male in Jomtien und neulich auch in Hua Hin gebadet, das Hautjucken hat er nicht mehr reklamiert, aber in Jomtien schwamm manchmal Wasser voller Plastikfetzen -tüten um uns herum. Das finde ich überhaupt nicht schön. Und das Wasser sieht hier eben auch einfach dreckiger aus, als auf Koh Lan an den dortigen Stränden beispielsweise. Übrigens haben uns Erwachsene auch vereinzelt von einen Juckreiz nach dem Baden berichtet und wenn ein badebegeistertes kleines Kind so etwas sagt, dann hat es das bestimmt nicht erfunden. Wir selbst haben es bei uns nicht bemerkt.

Hier findest Du Teil 1 und Teil 3 dieses Interviews.

Interview mit Paul Meyns. Ein deutscher Auswanderer in Pattaya – Teil1

AUswandern nach Pattaya - Interview mit Paul MeynsTeil 1

Im heutigen Interview erzählt Paul Meyns von seiner Auswanderung nach Thailand. Paul ist 2013 nach Thailand ausgewandert, hat dies anders als Werner, der ebenfalls bereits auf Phuketastic ueber seine Auswanderung nach Bangkok geschrieben hat, nicht alleine getan, sondern den Schritt gemeinsam mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn gewagt. Über seine Erfahrungen in Thailand berichtet er auch auf auswandern-thailand.com. Regelmäßige Beiträge über Thailand gibt es auch auf seiner Facebook Seite und bei Google plus.

Das Interview ist richtig spannend zu lesen, mit vielen wertvollen Einblicken für jeden der mit dem Gedanken an eine Auswanderung spielt. Da es sehr lang geworden ist habe ich es in drei Teile unterteilt.

In Teil 1 beschreibt Paul, wie es in nach Thailand verschlagen hat, wo er lebt und wie es ihm dort gefällt.
In Teil 2 dreht sich alles darum wie Paul seinen Lebensunterhalt bestreitet, ob er Thai spricht und was die Besonderheiten des Lebens mit Kind in Thailand sind.
In Teil 3 geht es dann darum, wie es Paul in Thailand insgesamt gefällt, ob er sich vorstellen kann für immer hier zu bleiben und seine Tipps für alle, die ebenfalls Auswandern möchten.

1. Hallo Paul! Stell Dich bitte meinen Lesern kurz vor.

Ende August letzten Jahres bin ich mit meiner Frau und unserem damals noch dreijährigen Sohn nach Thailand gekommen. Meine Frau ist eine Thai und hat vorher mit mir gut fünf Jahre in Deutschland gelebt. Ich bin nach drei, teilweise schweren Unfällen in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden und nicht mehr berufstätig und so war der Weg frei, aus Deutschland erst einmal auf Probe wegzugehen.

2. Was hat Dich dazu veranlasst Deutschland zu verlassen und nach Thailand zu gehen?

Schon als ich meine Frau kennenlernte und wir heirateten wusste ich, dass ich irgendwann mit ihr in Thailand leben möchte. Dass es so schnell kam, hing mit meinem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Beruf zusammen. Ich wollte nach Thailand, da ich mich mein ganzes Leben immer nach viel Wärme und Sonne gesehnt habe. In D. habe ich unter dem oft kühlen Wetter und dem Klima gelitten. Lange, dürre Menschen mit einem niedrigen Blutdruck spüren Kühle und Kälte stärker. Und jetzt kommt mir das Wetter in Thailand zugute, da die Wärme die Muskulatur entspannt und ich dadurch weniger Schmerzen habe. Habe auch keine Erkältungen oder Grippe mehr, hier vielleicht auch nicht, weil ich möglichst jede Aircondition meide. Und dieses Frühjahr 2014 war es das erste Mal seit rund 25 Jahren, dass ich absolut nichts mit Heuschnupfen zu tun hatte, der mich sonst regelmäßig gut zwei Monate ab Februar oder März plagte. Also insofern ist der Aufenthalt in Thailand als einem tropischen Land ein voller Erfolg für mich.

3. Warum hast Du Dich für Pattaya als Deinen Wohnort entschieden?

Es ist nur eine vorläufige und erste Entscheidung. Als wir in Deutschland unsere Übersiedlung planten, habe ich geschaut, wo es denn deutsche Kindergärten und Schulen in Thailand gibt. Bis April 2013 gab es eine kleine private deutsche Schule mit Kindergarten in Pattaya, die zudem noch einigermaßen erschwinglich von den Gebühren war. Das war ein wichtiger Grund, denn es war immer klar, dass unser Sohn nicht in einen normalen Thai-Kindergarten gehen soll. Er sollte möglichst von Anfang an mehrsprachig unterrichtet werden. Leider wurde diese Schule und der Kiga gut vier Monate vor unserer Ankunft unter merkwürdigen Umständen geschlossen und wir mussten uns neu umsehen.

In Pattaya gibt es eine ganze Reihe von privaten Kindergärten, meistens englisch-sprachige, wo aber Kinder vieler Nationalitäten anzutreffen sind. Da haben wir nach langen Suchen jetzt einen guten gefunden, wo er Thai und Englisch parallel lernt und wo der Stil nicht ganz so autoritär ist. Zu Hause wird meistens Deutsch gesprochen. Deutsch ist weiterhin seine erste Sprache, zwar nicht seine Mutter- sondern eigentlich ja eher seine “Vatersprache”, auch wenn meine Frau in D. fast immer Deutsch mit ihm gesprochen hat, auch wenn dazu von Pädagogen nicht geraten wird.

Und das Deutsche soll auch weiterhin gepflegt und überwiegend gesprochen werden. Er soll alle Möglichkeiten einer Rückkehr nach Deutschland behalten und es soll nicht an schlechten Deutsch-Kenntnissen scheitern. Ich finde es traurig, wenn Deutsche Väter hier in Thailand ihren Kinder kein ausreichendes Deutsch beibringen. Damit schaden sie ihren Kindern und nehmen ihnen eine wertvolle Möglichkeit.

Ich glaube, die meisten Kinder wollen später lieber in Deutschland leben, wenn sie gut deutsch sprechen. So haben wir das bei den Kindern von Thai/Deutschen, als auch von reinen Thai-Paaren in Deutschland immer wieder erlebt. Da denkt kaum ein Kind daran, egal wie alt, später einmal in Thailand zu leben. Außerdem ist das Thai-Schulsystem so anders und unter dem Strich miserabel, dass unser Sohn vielleicht doch in Deutschland zur Schule gehen wird. Die Privatschulen, vielleicht außer der Christlichen Deutschen Schule in Chiang Mai sind dazu sehr, sehr teuer und bieten dennoch nicht immer das angestrebte Niveau.

4. Was gefällt Dir an Pattaya?

Wenn man vorhat nach Pattaya oder auch Jomtien zu ziehen, kriegt man erst einmal viel Wind von vorne. Und zwar von allen Seiten, in Deutschland wie in Thailand. “Du kannst doch nicht mit einem Kind nach Pattaya gehen …”, “Pattaya ist der größte Puff der Welt, da willst du hin???” usw. Das sagen nicht nur Leute, die noch nie in Pattaya oder Thailand waren, sondern auch in Thailand lebende Farangs und da haben etliche eine sehr negative Einstellung zu Pattaya.

Manche sagen es einem direkt, viele halten sich bedeckt, aber man merkt es. Und an vielem was da gesagt wird, ist ein bisschen was dran. Dass es hier ein großes sog. Rotlichtmilieu gibt, war nicht entscheidend und nicht wichtig. Aber dass unser Sohn hier in einen guten Kindergarten oder später vielleicht in eine gute Schule gehen könnte und dass er vor allem hier auch glücklich mit uns und anderen Kindern leben könnte, das wog selbstverständlich viel schwerer.

So sind wir erst einmal in Jomtien gestartet, weil wir hier nur gut dreihundert Meter vom Strand leben und das ist klasse. Und es zählt, dass Pattaya eine Großstadt ist, die Farangs vieles bietet, auch zum Einkaufen. Auch dass wir schnell mit dem SongThaew für 10 Baht pro Person im Minutentakt den ganzen Tag über nach Patty hin- und zurückfahren können, was z. B. in Phuket bei der Taxi-Mafia auch nach den jüngsten Säuberungen vermutlich weiterhin unvorstellbar bleibt, ist schon toll und ein gewichtiger Standortfaktor. Und weil wir wie gesagt hier mehrere englischsprachige Kigä vor Ort haben, was in anderen Regionen Thailands nicht gegeben ist. Außerdem ist Pataya gegenüber Bangkok, Phuket oder Koh Samui auch immer noch billiger bei den Mieten und einigen anderen Lebenshaltungskosten. Selbst die Mädchen in den Bars sollen hier weniger kosten. 🙂

Und mal eben nach Bangkok zum Einkaufen oder bummeln oder zum Suvarnabhumi oder Dong Muang Aiport, das geht von hier einigermaßen schnell, jedenfalls für thailändische Verkehrsverhältnisse. Die Staus fangen schon vor, aber spätestens am Rand von BKK an und kosten immer wieder viel Zeit. Man sollte nur von Montag bis Donnerstags in die Hauptstadt fahren und nie an Feiertagen.

Darf ich ein wenig ausholen und einen Blick in die Zukunft werfen? Ein bekannter deutscher Immobilienmakler, der 19 Jahre in Pattaya lebt, hat vor wenigen Tagen auf dem Treffen des Deutschen Expats-Clubs gesagt, dass Bangkok und Pattaya in spätestens 20 Jahren eine große Region, wenn nicht eine Stadt sein werden. Alles was jetzt noch halbwegs an Grundstücken und Land zwischen den beiden Städten frei erscheint, wird bis dahin verplant und verbaut sein. Nicht nur der Wohnungsbau wird weiter expandieren, vor allem werden die Industrie, Büros und Verwaltungen und damit auch der Verkehr enorm zunehmen. Das wird mit Sicherheit so kommen, den ich. Pattaya wird nicht ein zweites Hongkong werden, weil es ja (noch) viel Hinterland hat, aber die Verdichtung der Bebauung wird sich in ähnlicher weise gestalten. Man sieht das ja jetzt schon immer deutlicher bei den Hochhausern die hier eng an eng und ohne jedes freie Grundstück, ohne Grün und Bäume, ohne einen einzigen Park hingeklotzt werden. Es werden immer nur ein paar Alibi-Pflanzen und Palmen gesetzt. Und bei dem nächsten Starkregen steht wegen der extremen Versiegelung des Bodens alles unter Wasser. Aber das interessiert die Bau-Projektierer nicht und die Stadtverwaltung von Pattaya? Das kann man nur rätseln, was die machen bzw. ob die sich damit überhaupt befassen (dürfen)? Stadtplanung kann man hier nicht erkennen.

Und die Pläne der alten Regierung von Yingluck Shinawatra, als auch der jetzigen Militärregierung für eine Schnellbahn zwischen Pattaya und BKK, die weiter geht nach Nord-Thailand bis an die Grenze zu China, werden dazu führen, dass hundertausende, die jetzt noch in Bangkok leben, sich eine Wohnung oder ein Haus in oder in Richtung Chonburi und Pattaya kaufen werden. Auch wegen der ständigen Gefahr von Hochwasser in Bangkok und anderer Probleme dort. Pattaya wird eine Boomregion bleiben und sogar noch viel mehr werden als sie jetzt ist. Die meisten Bahts, angelegt in “Betongold”, werden sich hier langfristig rentieren. Gerne wird jetzt angesichts der gegenüber 2013 nahezu verdoppelten Fertigstellungen an Condos (27.000 neue Condos allein für 2014) von einer sich allmählich bildenden Immobilienblase gesprochen. Generell ist das zu pessimistisch, denn gut 60 % der Wohnungen werden noch vor Fertigstellung verkauft. Aber es gibt wie überall Lagen, die sind problematisch und andere Lagen werden dagegen überrannt. Das ist in jeder Stadt und überall auf der Welt grundsätzlich so. In den letzten 25 Jahren sind die Immobilien-Preise in Pattaya und Thailand mit gewissen Schwankungen immer weiter gestiegen. Und das wird noch lange so bleiben, die Entwicklung Thailands von einem uralten Agrarland hin zu einem modernen Industriestandort ist noch lange nicht beendet. Der Tourismus wird daneben weiterhin seine Rolle spielen, aber seine Bedeutung nimmt gegenüber Industrie und Herstellung insgesamt ab.

Ob es dann noch lebenswert ist, in Pattaya oder der Region Chonburi zu leben, steht auf einem ganz anderen Blatt. Sicherlich wird diese unaufhaltsame Entwicklung des Großraumes Bangkok enorme Umweltprobleme produzieren, wovon Smog und ständig giftig-dreckige Luft von Bangkok-City bis Pattaya an der Beach Road nur ein Thema sein werden. Das wäre nicht einmal etwas Neues, denn dreckige Luft hat man jetzt schon jeden Tag an vielen Stellen in Pattaya, Naklua und Jomtien, vermutlich deutlich mehr als in jeder deutschen Großstadt.

Hier findest Du Teil 2 und Teil 3 dieses Interviews.

So finanziere ich mein Leben in Thailand – Geld verdienen als Auswanderer

So finanziere ich mein Leben in Thailand

(Dieser Artikel erschien im März 2014, seitdem hat sich einiges getan. Mehr dazu hier.)

Immer wieder wird mir die Frage gestellt, wie ich denn eigentlich meinen Lebensunterhalt in Thailand verdiene.

Zugegeben viel mir die Antwort darauf schon einmal leichter. Denn ich habe keinen „normalen“ Job (mehr) und  beziehe mein Einkommen aus diversen Einnahmequellen. Als ich auf Phuket ankam war das ganz anders und viel einfacher zu beschreiben. Da war ich Tauchlehrer. Danach Resortleiter einer Ferienanlage. Danach im asienweiten Vertrieb als Regional Sales Manager unterwegs. Heute sieht das etwas anders aus. Und da mir noch keine wirklich tolle, übergreifende Beschreibung eingefallen ist, mit der ich mich schmücken möchte, muss ich immer etwas weiter ausholen, wenn ich erkläre was ich eigentlich  mache.

In diesem Beitrag möchte ich Dir einen Einblick geben, wie ich momentan das Geld verdiene mit dem ich mein Leben in Thailand finanziere.

1. Phuketastic – mein Phuket Reiseblog

Phuketastic, der Blog den Du gerade liest, ist ein wichtiger Baustein meiner monatlichen Einnahmen. Wenn Du Dich noch nie mit dem Thema Geld verdienen im Internet auseinandergesetzt hast, dann wird Dich das vermutlich überraschen. Aber es gibt mittlerweile unzählige Menschen, die über Blogs komplett Ihren Lebensunterhalt verdienen und ich bin einer davon, der zumindest einen großen Teil des monatlichen Einkommens aus dem Internet generiert.

Hier ein kleiner Einblick in meine Einnahmequellen mit Phuketastic

  • Affiliate Marketing
  • Provisionen aus Vermittlung von Urlaubsleistungen
  • Direkter Verkauf von Ebooks
  • Werbung

Affiliate Marketing

Affiliate Marketing ist Empfehlungsmarketing im Internet. D.h. ganz einfach, dass ich Provisionen bezahlt bekomme für Produkte, die ich empfehle. Dabei ist mir aber wichtig, dass ich nur Produkte empfehle, die tatsächlich zu empfehlen sind. Dazu zählt z.B. die DKB Kreditkarte*, mit der Du weltweit kostenlos Bargeld abheben kannst. Ich habe die Karte selbst seit Jahren im Einsatz und bin damit sehr happy und empfehle sie aus Überzeugung. Wenn sich ein Leser über meinen Link anmeldet erhalte ich eine Provision. Ihm entstehen dadurch keine Mehrkosten.

Gleiches gilt für das Programm von Amazon*. In meiner Packliste für den Thailandurlaub sind einige Produkte verlinkt, wenn diese darauf bestellt werden erhalte ich eine kleine Provision(5-6%). Übrigens auch für alle anderen Produkte im Warenkorb. Das summiert sich. Für den Käufer entstehen ebenfalls keine Mehrkosten.

Falls Du mich unterstützen willst kannst Du also gerne über einen meiner Amazonlinks* zu Amazon gehen und bestellen.

Auch bei der Hotelbuchung, z.B. über Agoda* und Booking.com* erhalte ich eine kleine Provision. Wenn Du Deine Hotels ohnehin bei einem dieser Anbieter buchst darfst Du also gerne auch meine Links dafür nutzen.

Übrigens sind alle dieser Partnerlinks überall auf Phuketastic mit einem * – Stern gekennzeichnet.

Provisionen aus Vermittlung von Urlaubsleistungen

Vielleicht hast Du schon gesehen, dass ich die Vermittlung von Taxifahrern, Mietwagen und Rollern anbiete. Dies mache ich zum einen in Zusammenarbeit mit mir bekannten Fahrern, die ich auch selbst regelmäßig nutze und zum anderen mit zwei Partner, die Reisebüros auf Phuket betreiben. Von allen erhalte ich eine kleine Provision für die Vermittlung.  Darüber hinaus habe ich auch eigene Motorroller im Verleih.

Wie auch beim Affiliatemarketing* ist es mir dabei wichtig nur mit zuverlässigen Leuten zu arbeiten und darauf zu achten, dass meine Leser faire Preise bezahlen. Und v.a. die Provision von der Marge der Anbieter geht und nicht auf den Preis aufgeschlagen wird.

Die Buchung über mich hat auch gewisse Vorteile, denn ich stehe bei Taxifahrten und Tagestouren auch per Telefon zur Verfügung und helfe wenn es Schwierigkeiten unterwegs gibt.

Da ich immer mehr Anfragen zur Vermittlung von Touren, Unterkünften etc. bekommen habe gibt es seit kurzem auch eine eigene Webseite dafür. Mehr dazu weiter unten.

Direkter Verkauf von Ebooks

Ich bin Autor von zwei Reiseführern zu Phuket.

„Das Handbuch für den ersten Phuket Urlaub“ und „Phuket auf eigene Faust entdecken“

Beide werden über diverse Kanäle vertrieben. Einer davon ist der Verkauf als Ebook direkt über den Blog. Hier kommen jeden Monat einige Verkäufe zu Stande.

Handbuch für den ersten Phuket Urlaub – Phuket Reiseführer als Ebook

Phuket auf eigene Faust entdecken – Phuket Ausflugsführer als Ebook

Werbung

Hin und wieder veröffentliche einen Beitrag für einen Werbepartner und werde dafür bezahlt. Diese Beiträge sind ebenfalls alle gekennzeichnet. Bannerwerbung ist auf dem Blog ebenfalls möglich.

Allerdings möchte ich Phuketastic nicht komplett mit Werbung voll klatschen. Somit wird es immer nur eine kleine Anzahl von Werbepartnern geben. Bei Interesse gerne Kontakt aufnehmen.

Die Kombination aus Werbeeinnahmen, Affiliateeinnahmen, dem Anbieten von diversen Leistungen und dem Verkauf von eigenen Produkten ist eine gute Möglichkeit einen (Reise-) Blog zu monetarisieren.

Wenn Du Dich dafür interessierst selbst einen Reiseblog zu starten und damit Geld zu verdienen dann empfehle ich Dir das Buch von Patrick Hundt Beruf Reiseblogger – Wie Du mit Deinem Blog Geld verdienst*.

2. Meine Reiseführer

Ein zweiter wesentlicher Bestandteil meiner Einnahmen sind meine beiden Reiseführer. Ich habe weiter oben ja bereits beschrieben, dass ich diese u.a. direkt über den Blog vertreibe. Aber sie sind beide auch als Ebooks im Amazon Kindle Store erhältlich und seit einiger Zeit auch als Taschenbücher.

Gerade die Taschenbücher verkaufen sich derzeit deutlich besser als die Ebooks. Mal sehen, wie sich das in der Hochsaison auswirkt.

Hier findest Du die Reiseführer auf Amazon:

Handbuch für den ersten Phuket Urlaub –
Der Phuket Reiseführer als Ebook auf Amazon Kindle
Der Phuket Reiseführer als Taschenbuch auf Amazon

Phuket auf eigene Faust entdecken –
Der Phuket Ausflugsführer als Ebook auf Amazon Kindle
Der Phuket Ausflugsführer als Taschenbuch auf Amazon

Mehr Hintergründe zu der Erstellung und den Verkaufszahlen habe ich in diesem Interview auf selbstaendig-im-netz.de gegeben.

3. Phuketastic Travel – Reiseagentur für ausgesuchte Leistungen

Wie bereits erwähnt habe ich auf Grund zahlreicher Anfragen meine Aktivitäten im Bereich der Reisevermittlung etwas ausgeweitet und eine eigene Webseite dafür erstellt über die ich Tagestouren, private Fahrer, Fährticket, Mietwagen und die eine oder andere Unterkunft vermittle.

Wie bei allen anderen Leistungen lege ich auch hier Wert auf die Zusammenarbeit mit ausgesuchten und tatsächlich empfehlenswerten Partnern und Anbietern. Ich muss hier nicht jede mögliche Tour anbieten nur weil sie Provision abwirft. Lieber konzentriere ich mich auf einige wenige, weiß aber dass diese qualitativ hochwertig und zuverlässig sind.

Hier erfährst Du mehr über Phuketastic Travel.

4. Hochzeitsplanung

Anfang 2014  habe ich die Firma eines Freundes übernommen, der seit 2006 Hochzeiten auf Phuket organisiert. Mit dem Ende der Hochsaison Ende April setzte er sich zur Ruhe und ich habe die Firma komplett übernommen.

Somit bin ich nun neben Blogger, Autor und Betreiber einer Reiseagentur auch als Hochzeitsplaner tätig.

Hier erfährst Du alle Infos zu meiner Firma und unseren Hochzeiten in Phuket.

Einige Gedanken zu meiner Art den Lebensunterhalt zu verdienen

Oberflächlich betrachtet liest sich das alles ganz toll und einfach. Aber natürlich steckt da auch jede Menge Arbeit dahinter.

Und vor allem Zeit.

Ich habe etwa ein Jahr gebraucht, bis ich 1,000 Euro über den Blog und mein erstes Ebook verdient habe. In den ersten 6 Monaten habe ich gar nichts verdient.

Während der Hochsaison gingen dann die Leserzahlen und auch die Einnahmen deutlich nach oben. Auch bedingt durch die Veröffentlichung des 2. Reiseführers und dem Anbieten von Ausflügen und Touren.

Somit konnte ich (bzw. meine Familie und ich) nicht nur alleine von den Einnahmen aus dem Blog und den Reiseführern leben, sondern mir auch ein Polster anlegen. Zudem hat auch meine Frau als Managerin im Palm Garden Resort* ein Einkommen, das zum Familieneinkommen beiträgt.

Mit den Hochzeiten und der Reiseagentur sind nun weitere Einnahmequellen hinzu gekommen, die sich aber wohl erst ab der kommenden Hochsaison wirklich auf unser Einkommen auswirken werden.

Und beides, das Polster und das Einkommen meiner Frau, sind auch bitter nötig, denn meine Tätigkeit(en) hat auch einen großen Nachteil: die Abhängigkeit vom Tourismus und der Hochsaison.

Abhängigkeit vom Tourismus und der Hochsaison als Risiko

Alle meine Einnahmequellen stammen direkt oder indirekt aus dem Tourismus. Und dieser nimmt mit dem Ende der Hochsaison auf Phuket deutlich ab. Während der Regenzeit kommen einfach weniger Touristen und  europäischen Sommer informieren sich weniger Urlauber über ihren kommenden Urlaub in Thailand.

Dies führt dazu, dass meine Einnahmen sinken. Seit März sind diese kontinuierlich rückläufig. Ich verkaufe weniger Reiseführer, vermittle weniger Touren und auch die Einnahmen durch die Affiliateprodukte sind gesunken.

Nur die Hochzeiten laufen auch während der Nebensaison relativ gut weiter. Vermutlich, da ich einer der einzigen Anbieter bin, die nicht in den Sommerschlaf gehen.

Und dass meine Einnahmen komplett wegbrechen könnten, wenn sich die Proteste in Bangkok weiter verschärfen, das Militär stärkeren Gebrauch vom jetzt geltenden Kriegsrecht macht und die Medien oder das Auswärtige Amt die Lage als gefährlich einstufen oder gar, wenn der König einmal nicht mehr ist, ist auch klar.

Solange sich aber nichts ändert kann ich meine Angebote und Seiten noch weiter ausbauen und dann hoffentlich die Früchte meiner Arbeit in der kommenden Hochsaison ernten.

Weitere Pläne

Auch wenn ich bereits einige Projekte gleichzeitig am Laufen habe so bin ich doch stark am überlegen noch etwas Neues zu machen. Etwas, das mich unabhängiger vom Tourismus und der Saisonalität macht. Noch ist es nichts konkretes aber es entsteht langsam ein Bild davon und ich werde wohl demnächst genaueres vorstellen.

Aber auch für Phuketastic steht noch einiges auf dem Plan.

Und diese Vielfalt und Möglichkeit etwas Neues zu schaffen ist das Schönste an meinen diversen Einnahmequellen. Denn keine für sich alleine beansprucht mich komplett. Ich kann mich in alle einbringen, in allen etwas bewegen, kreativ sein und die Richtung selbst bestimmen.

Das ist mir sehr wichtig. Ich bin niemand der nur eine Sache machen könnte, da mir zu schnell langweilig wird. Ich brauche Veränderung, Neuerung und die Möglichkeit meine Ideen einzubringen und zu verwirklichen.

Und das kann ich mit dem was ich momentan tue sehr gut.

Wäre das etwas für Dich? Freiheit und Selbständigkeit einerseits ein gewisses Risiko und Ungewissheit andererseits? Oder ziehst Du einen festen Job mit regelmäßigem Einkommen vor?

Visarun nach Ranong von Phuket – Ablauf und Tipps

Visarun nach Ranong von Phuket - Ablauf und Tipps

Visarun nach Ranong von Phuket – Ablauf und Tipps

Für viele Ausländer die langfristig in Thailand leben oder Überwintern sind sog. Visaruns notwendiges Übel um auf Dauer im Land bleiben zu können.

Da der Aufenthalt in Thailand nur für eine begrenzte Dauer möglich ist wird dabei das Land kurz verlassen, um bei Wiedereinreise erneut 30 Tage (oder 60 bzw 90 Tage, bei entsprechendem Visum) in den Pass gestempelt zu bekommen. Mehr zum Thema Visum und langfristigem Aufenthalt in Thailand findest du hier.

Der erste Visarun ist meist noch ein kleines Abenteuer, aber danach hat so gut wie jeder genug von diesem Quatsch. Speziell, wenn man den Visarun bei einer der Firmen bucht, bei denen man in Minibussen mit lebensmüden Fahrern, die keine Geschwindigkeit zwischen Vollgas und Stillstand kennen in einem Tag an die Grenze und wieder zurück gekarrt wird.

Das macht nicht nur keinen Spass, sondern ist u.U. auch noch lebensgefährlich!

Glücklicherweise muss ich diese Visaruns schon seit einigen Jahren nicht mehr machen.

Zwischen 2008 und 2013 war ich durch meine Arbeit  so häufig in Asien unterwegs, dass ich ohnehin alle paar Wochen das Land verlassen habe und dank Business Visum mit Multiple Entry jedesmal bei Rückkehr nach Phuket automatisch weitere 90 Tage bekam.

UPDATE: Seit Mitte 2014 habe ich dank eigener Firma und Arbeitsgenehmigung eine Visa Extension und muss somit gar nicht mehr ausreisen, sondern lediglich alle 90 Tage zur Immigration nach Phuket Town um Meldung zu machen.

Da ich zwischen Ende 2013 und Mitte 2014 aber nur wenig unterwegs war und meine Visa Extension noch nicht fertig musste ich im Januar 2014 tatsächlich wieder einmal einen neuen 90 Tage Stempel besorgen.

Um das notwendige Übel ein bisschen angenehmer zu gestalten nahm ich meine Frau und unseren Sohn mit und wir nutzten diese Gelegenheit für einen kleinen Wochenendausflug nach Ranong.

visarun ranong phuket

Dies ist eine wirklich schöne Alternative zu den organisierten Trips, da man so die eigene Sicherheit in der Hand hat und auch etwas von der Umgebung zu Gesicht bekommt.

Dazu gleich mehr.

Doch erst einmal etwas Hintergrundwissen…

Was sind eigentlich diese Visaruns?

Vielleicht hast Du Dir beim Lesen die Frage gestellt was denn diese Visaruns eigentlich sind. Hier eine kurze Erklärung ohne in die Details zu gehen. Bei Interesse habe ich hier einiges an Informationen zum Visum zusammengetragen.

Visaruns werden notwendig, da wir alle an die geltenden Visabestimmungen gebunden sind und, mit einigen Ausnahmen, nach Ablauf von 30, 60 oder 90 Tagen das Land verlassen müssen. Dazu geht es über den Landweg oder mit dem Flugzeug in ein Nachbarland und dann meist noch am gleichen Tag wieder zurück nach Thailand. Bei Wiedereinreise verlängert sich dann die Aufenthaltsgenehmigung je nach Art des Visums um 30, 60 oder 90 Tage.

Es gibt diverse Ziele, die für solche Visaruns in Frage kommen. Von Phuket aus ist die nächste Landgrenze nach Myanmar/Birma bei Ranong etwa 300km nördlich. Weiter im Süden gibt es einen Grenzübergang nach Malaysia. Aber auch mit dem Flugzeug sind diverse Ziele per Non-Stop Flug erreichbar.

So laufen diese Visaruns (von Phuket aus) in der Regel ab:

  • Abholung zwischen 6 und 7 Uhr morgens im Minibus
  • Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit und ohne Rücksicht auf Verluste nach Ranong
  • Thai Immigration für den Ausreisestempel
  • Aufs Boot zur Burma Immigration für den Einreisestempel
  • Mit dem Boot zur Burma Immigration für die Ausreise
  • Zurück nach Ranong
  • Thai Immigration für den Einreisestempel
  • Mittagessen
  • Rückfahrt mit doppelter Geschwindigkeit der morgendlichen Fahrt
  • Ankunft in Phuket irgendwann zwischen 17 und 20 Uhr

Eine Alternative ist den Visarun mit einer der Firmen zu machen die den Andaman Club*  anfahren, einem Luxushotel mit Casino. Das ist die etwas teurere, aber angenehmere Variante in etwas grösseren und bequemeren Vans. Dennoch ist es weiterhin ein langer Tag und die Fahrt bleibt  wegen der (Renn-)Fahrer sehr gefährlich.

Beides will ich mir persönlich nicht mehr antun!

Natürlich kann man auch selbst fahren und damit die Gefahr durch die verrückten Minibusfahrer umgehen. Aber es ist immer noch ein langer Tag mit über 600km Fahrstrecke.

Und darum ist es einfach angenehmer das ganze mit einem kleinen Ausflug zu verbinden.

Phuket – Ranong Visarun als Wochenendtrip mit der Familie

Von unserem Haus in Chalong im Süden von Phuket sind es rund 330km bis nach Ranong. Je nach Verkehr ist das eine Fahrtzeit von ca 4-5 Stunden. Da wir keine Lust hatten nur Strecke zu machen planten wir einen ganzen Tag mit einigen Stopps ein.

Da meine Frau am Freitag noch arbeiten musste fuhren wir am Samstag morgen um 7 Uhr los. Nicht zu früh, aber immer noch früh genug um dem Berufsverkehr weitgehend zu entkommen.

Im Norden von Phuket bietet sich ein kleiner Halt an der Sarasin Brücke an, die Phuket mit dem Festland verbindet.

sarasin brücke phuket phang nga

Aber wir wollten zunächst einmal so schnell wie möglich nach Ranong kommen, um das Visum abzuwickeln.

Unser einziger Stopp war daher im Ort Baan Nam Khem kurz vor Takua Pa, einer Kleinstadt etwa 25km nördlich von Khao Lak.
Hier befindet sich das Tsunami Memorial und das Thailife Homestay, das wir vor einigen Monaten bei einem Wochendtrip bereits besucht hatten. Auch die chinesisch-geprägte Altstadt von Si Takua Pa ist nicht weit von hier.

moped in chinesisch geprägtem ort

Wir aber hielten für ein kleines Thaifrühstück mit Reissuppe und Batong Go, einer Art Schmalzkringel, die hier am Straßenrand in einigen Garküchen verkauft werden. Das hat schon Tradition, denn bereits vor einigen Jahren hielten wir hier regelmäßig alle 90 Tage auf den Visaruns immer zum Frühstücken an. (Tourleader Markus, falls Du das jemals liest. Du bist Schuld;-))

Takua Pa markiert was die Fahrtzeit angeht etwa die Hälfte der Strecke aber es sind immer noch 190km bis Ranong.

Die Fahrt führt durch wirklich schöne Landschaft. Hügelig, viel Wald und im Hintergrund immer wieder die Berge des Khao Sok und Sri Phang Nga Nationalparks.

Kurz vor Mittag erreichten wir dann Ranong.

Immigration, Bootsfahrt und 15 Minuten in Burma

Bei meinen ersten Visaruns waren die Immigration und der Ablegeorte der Boote nach Burma einige Minuten voneinander entfernt. Mittlerweile gibt es einen sog. One-Stop Service an anderer Stelle und der Ablauf ist recht gut organisiert.

Direkt beim Parken wird man von Thais angesprochen, die bei der Organisation behilflich sind. Wir mussten dafür nichts extra bezahlen. Ob das daran lag, dass ich von meiner thailändischen Frau begleitet wurde oder mich auf Thai mit ihnen verständigte weiss ich nicht. Kein auch sein, dass sie einen Deal mit dem Bootsfahrer haben.

Jedenfalls wissen sie genau wie der Visarun abläuft und sorgen dafür, dass man eine Passkopie dabei hat(wird links vom Parkplatz am Kiosk angefertigt), und auch die dringend benötigte 10 US$ Note. Wer diese vergessen hat kann vor Ort wechseln. Allerdings zu einem sehr schlechten Kurs!

Deshalb die US$ besser bereits von Phuket mitbringen.

So ist der Ablauf der Visaverlängerung im Detail:visarun ranong phuket

Zunächst geht es an die thailändische Immigration, direkt am Hafen. Dort gibt es zwei Schalter: einen für die Einreise und einen für die Ausreise. Hier gilt sich richtig anzustellen, um unnötige Wartezeit zu vermeiden….

thailand visum ausreisekarte

Wichtig ist auch die Departure Card (Ausreisekarte) dabei zu haben. Das ist die zweite Hälfte der Karte, die man bei jeder Einreise nach Thailand ausfüllen muss. Dieser Teil wird meist bei Einreise in den Pass geheftet. Ohne Ausreisekarte keine Ausreise!

An der Immigration wird der Pass und der Einreisestempel kontrolliert, die Departure Card eingesammelt und ein Foto gemacht. Danach wird man ausgestempelt und befindet sich offiziell nicht mehr in Thailand.

Direkt danach geht es auf ein Longtailboot. Der Preis dafür beträgt 300 Baht pro Person unabhängig von der Personenzahl. Mit diesem Longtailboot fährt man dann mit einigen Stopps nach Kawthaung (ehemals Victoria Point) den südlichsten Punkt von Burma.

Unterwegs wird u.a. an einem weiteren Posten der Immigration angehalten. Dann an einem Posten der burmesischen Zollbehörde, bevor es zum Hafen von Kawthaung geht. Die Überfahrt dauert etwa 25 Minuten.

Der Ort ist nicht sonderlich gross und ist vor allem ein Handelsstandort. Es wird mit Kautschuk, Cashewnüssen und Fischprodukten gehandelt. Zudem gibt es viele Schwarzmarktprodukte und Kopien, wie Zigaretten, Whiskey und Viagra, die von den zahlreichen wartenden Burmesen am Pier jedem Neuankömmling angeboten werden.

Das Immigrationgebäude ist je nach Landungsstelle direkt neben dem Boot oder ein paar hundert Meter entfernt direkt an der Hafenpromenade. Der Einreiseprozess ist schnell abgeschlossen. Zahlen von 10 US$ und ein Stempel in den Pass und schon ist man wieder fertig.

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thailand visum stempel

Danach geht es normalerweise direkt wieder zurück nach Thailand. Wiederum mit kurzen Stopps an der Zollstation Burma und einem Stopp bei der Thaimarine, die prüfen ob man nicht mehr als das Limit von 200 Zigaretten oder einem Liter Alkohol eingekauft hat.

Zurück in Ranong heisst es wieder bei der Immigration anstellen, mit ausgefüllter Einreisekarte, und einen Einreisestempel bekommen.

Das wars.

Und Du bist wieder legal in Thailand für einige Wochen oder Monate.

Was gibt es in Kawthaung sonst noch zu sehen?

Wer mit eigenem Longtailboot angereist ist und keine anderen Visarunner dabei hat kann sich etwas Zeit nehmen und den Ort und einen kleinen Teil der Umgebung erkunden.

Der Ort selbst gibt einen echten kleinen Einblick in ein 3. Weltland. Wer damit noch keine Erfahrung hat und zum ersten Mal aus Phuket oder Khao Lak hierher kommt dürfte einen nachhaltigen Eindruck bekommen. Es ist staubig, heiss, schmutzig, chaotisch, heruntergekommen und die Armut ist deutlich zu sehen. Aber vor allem ist hier zu sehen, dass die Menschen ganz einfach ihr Leben leben. Unabhängig von den Umständen. Wir Besucher aus dem reichen Westen sind ihnen genauso fremd wie ihre Lebensumstände für uns.

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Vor einigen Jahren habe ich mir den Ort einmal etwas länger angesehen und dabei auch einige kleinere Gassen und Läden besucht. Die Menschen sind allesamt sehr freundlich aber auch sehr geschäftstüchtig und versuchen  aus jedem Besucher ein bisschen Geld herauszubekommen. Aber das ist angesichts der Armut auch verständlich. Insgesamt gibt es aus touristischer Sicht nicht viel zu sehen aber dennoch ist es ein Erlebnis für sich.

Leider sind Reisen von Kawthaung via Landweg in andere Teile von Burma nicht gestattet. Somit sind nur wenige Ausflugsziele in der Umgebung möglich. Darunter einige Tempel, ein Aussichtspunkt und auch einen Wasserfall soll es geben. Diese sind mit einem Mopedtaxi für kleines Geld zu erreichen.

Übernachten in Ranong – wo und was gibt´s zu sehen?

Wer auf einem organisierten Visarun ist fährt nach der erfolgreichen Wiedereinreise direkt zurück nach Phuket, Khao Lak, Samui oder wo man eben herkam.

Die deutlich entspanntere Variante, für die wir uns als Selbstfahrer entschieden haben, ist es eine Nacht in Ranong zu bleiben. Der Ort selbst ist zwar nicht sonderlich sehenswert aber dafür ist die Umgebung sehr schön. Highlight der Umgebung sind die heissen Quellen. Aber es gibt auch einige Wasserfälle, kaum erschlossene Inseln und das bergige Hinterland, das ideal für Fahrrad- oder Motorradtouren ist.

Wo übernachten?

Meine Frau hatte vor Abfahrt ein kleines Resort herausgesucht, das ganz in der Nähe der heissen Quellen liegt. Das Thansila Hotspring Resort*. Es liegt sehr schön an einem Bach, ist geschmackvoll gestaltet und erinnerte mich irgendwie ein bisschen an eine Unterkunft in den Alpen. Für ein klimatisiertes Doppelzimmer mit Blick auf den Fluss zahlten wir 900 Baht für eine Nacht. Da kann man nicht meckern!

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Es gibt aber noch einige weitere Unterkünfte in der Umgebung der Stadt. Die meisten davon in der Umgebung der heissen Quellen.

Die heissen Quellen von Ranong

Wie bereits gesagt sind die heissen Quellen von Rahsawarin die Hauptattraktion im Ort Ranong. Sie liegen etwas ausserhalb der Stadt und ziehen Einheimische und Besucher gleichermassen an. Es gibt mehrere kleinere und grössere Becken aus denen das Wasser dampfend austritt. In einigen können Eier gekocht werden. Hühner- und Wachteleier werden von einigen Händlerinnen direkt vor Ort verkauft.

In dem kleinen Park gibt es weitere Becken mit weniger heissem Wasser, in dem v.a. Einheimische baden oder die Füsse hineinhalten. Daneben gibt es auch noch ein Spa, in dem man gegen 60 Baht Eintritt schwimmen gehen kann.

Rundherum gibt es natürlich zahlreiche Garküchen und Essstände an denen die üblichen Snacks und Getränke angeboten werden.

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Der Canyon von Ranong

Wenn man der Strasse an den heissen Quellen vorbei folgt führt diese durch eine sehr schöne kurvige Berglandschaft und durch kleine Dörfer zum Ranong Canyon. Es handelt sich dabei um eine ehemalige Zinnmine die mit Wasser geflutet wurde und nun ein malerischer kleiner See ist. Absolute Ruhe und keine anderen Besucher sind dort an der Tagesordnung. Wir hatten wohl etwas Pech, denn einige Thaifamilien waren zum Picknick vor Ort und somit waren wir nicht ganz alleine.

Einige Händlerinnen verkauften Fischfutter und mein Sohn hatte viel Spass dabei die teils riesigen Fische im See zu füttern. Auch der kleine Spielplatz hatte es ihm sehr angetan…

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Punjaban Wasserfall

Etwa 15km nördlich von Ranong auf dem Weg Richtung Chumphon befindet sich direkt an der Strasse der Punjaban Wasserfall. Bereits die Anfahrt lohnt sich, denn sie bietet traumhafte Ausblicke über die Waldgebiete bis hin zum Meer.

Der Wasserfall selbst ist gut von der Strasse aus zu sehen und führt ganzjährig Wasser. Am schönsten natürlich gegen Ende der Regenzeit. Baden ist möglich aber es wird eine kleine Eintrittsgebühr von 20 Baht verlangt. Links neben dem Wasserfall führt ein Wanderweg nach oben zu weiteren Stufen des Wasserfalls.

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Weitere Ausflugsziele von Ranong aus

Neben den genannten Zielen, die wir besuchten gibt es auch noch den Ngao Wasserfall, der etwa 10 km südlich von Ranong liegt und bei der Anfahrt nach Ranong von der Strasse aus gut zu sehen ist. Die meisten Reisenden, die nicht wegen des Visum in Ranong sind, zieht es aber auf die kleinen vorgelagerten Inseln, auf denen es ruhige Strände und einfache Unterkünfte gibt. Allen voran Koh Payam und Koh Chang.

Wir aber machten uns nach einer Nacht im Resort und der Besichtigung der genannten Ziele gegen Mittag des zweiten Tages wieder auf den Weg nach Phuket.

Mögliche Zwischenstopps zwischen Phuket und Ranong

Nach etwa 3,5 Stunden reiner Fahrtzeit und einem kleinen Zwischenstopp am Lampi Wasserfall erreichten wir Phuket. Der späte Nachmittag erschien uns als der perfekte Zeitpunkt um noch einmal eine kleine Pause einzulegen. Diesmal am Mai Khao Beach, dem längsten Strand auf Phuket. Danach fuhren wir direkt weiter nach Hause.

mai khao beach phuket 3

Doch natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten für Abstecher entlang der Route zwischen Phuket und Ranong. Eine ganze Reihe wurde bereits in diesem Beitrag genannt. Weitere Ziele sind z.B. diverse Nationalparks,  die Strände von Thai Muang oder der Andaman Viewpoint,

Das Schöne daran, wenn man einen Visarun nach Ranong selbst durchführt und diesen mit einer Übernachtung verbindet ist, dass man sich dabei die Zeit nehmen kann, um etwas mehr von der Umgebung zu sehen. Und damit wird das notwendige Übel des Visarun doch um einiges angenehmer.

Wie gestaltest Du Deine Visaruns? Mit dem Flugzeug, mit eigenem Fahrzeug oder immer mit einer der Visarun Firmen?
Schreib mir in den Kommentaren!

Ein Blick hinter die Kulissen meiner Hochzeit in Thailand – Hochzeitsplanung (Teil 1)

heiraten auf phuket

Mittlerweile sind meine Frau Mam und ich seit 4 Jahren verheiratet. Doch noch immer sprechen wir, aber auch Freunde und Familie, von unserer Hochzeitsfeier.

Obwohl ich keine Vorstellung davon hatte wie meine Hochzeit einmal ablaufen sollte so kann ich rückblickend wirklich behaupten, dass wir eine absolute Traumhochzeit hatten.

Erst kürzlich bekam ich eine Email von einer Phuketastic Leserin die überlegt in Thailand zu heiraten und einige Fragen dazu hatte. Da ich mir vorstellen kann, dass dieses Thema auch andere Leser interessiert habe ich beschlossen einen kleinen privaten Einblick hinter die Kulissen meiner eigenen Hochzeit zu geben.

Ich mache dies in der Hoffnung, dass heiratswillige Paare, die mit dem Gedanken spielen im Ausland zu heiraten eine Idee bekommen, wie eine Hochzeit in Thailand aussehen kann. Natürlich ist dies meine persönliche Erfahrung, die spezielle Anforderungen hatte, da wir ja die thailändische und deutsche Seite unter einen Hut bekommen mussten.

Ein Blick hinter die Kulissen meiner Hochzeit in Thailand – Hochzeitsplanung

Bevor es an die Planung unserer Hochzeit in Thailand ging hatte ich mir nie Gedanken darüber gemacht wie diese eigentlich sein sollte.

Ich denke das ist normal für uns Männer. Zumindest, wenn wir nicht beruflich damit zu tun haben;)

Im Gegensatz zu den meisten Frauen, die bereits als kleine Mädchen vom schönsten Tag ihres Lebens träumen, ist die Hochzeit für die meisten Männer vor allem mit Stress verbunden.

Da ich bereits zuvor auf einigen thailändischen Hochzeiten gewesen war hatte ich die Erfahrung gemacht, dass diese für das Brautpaar oftmals vor allem purer Stress und eine sehr ausgedehnte Fotosession sind.

Meine persönliche Traumhochzeit sollte vor allem eines sein: Stressfrei

Viel wichtiger aber war es, dass meine Frau eine Hochzeit bekommen sollte, wie sie sich diese als kleines Kind erträumt hatte. Auch wenn die Feier letztlich ganz anders und viel besser war, als sie sich das selbst hätte vorstellen können;-)

Denn wir wollten sowohl meine deutsche Seite als auch ihre thailändische Seite miteinander verbinden.

Die typische thailändische Hochzeit

Hochzeiten in Thailand bestehen in aller Regel aus zwei Teilen:

1. der traditionellen Zeremonie am Morgen, mit einem Umzug bei dem der Bräutigam durchs Dorf zur Braut zieht, mit der Übergabe von Brautgeld und einer Segnung durch die Familienoberhäupter und anschliessender Zeremonie mit Mönchen.

2. Abends wird dann meist in westlicher Kleidung, d.h. die Braut in weiss, der Bräutigam im Anzug gefeiert. Zu diesem Teil werden alle nur denkbaren Verwandten, bis hin zum Schwippschwager im 7. Grad, enge und weniger enge Freund bis hin zu flüchtigen Bekannten wie der Marktfrau bei der man einmal die Woche Gemüse einkauft eingeladen.

Da kommen schnell mehrere hundert Personen zusammen. Neben den geladenen Gästen erscheinen unzählige weitere Gäste, die von weiteren Gästen mit eingeladen wurden. Speziell die ältere Verwandtschaft ist dafür berüchtigt.

Die Feiern finden fast immer in einer von zwei Formen statt:

1. Zu Hause, meist bei der Braut. Dort werden Zelte, Stühle und Tische aufgebaut und es gibt hausgemachtes Essen, viel Whiskey und Karaoke.
hochzeit in thailand auf dem land

Ich war erst vor kurzem auf einer solchen Dorfhochzeit bei einem sehr guten Freund(und meinem Trauzeugen), wo wir sehr viel Spass hatten und die Feier erst morgens um 5 Uhr Karaoke singend (wohl eher gröhlend) damit endete, dass der Ton abgestellt wurde. Dies hielt uns aber nicht davon ab am Vormittag weiterzusingen;-)

hochzeit in thailand karaoke

2. Sog. Chinesische Tische: Feiern, die in Restaurants oder Hotels mit festen Plätzen und Menüs stattfinden.

Für unsere eigene Feier kam weder das eine noch das andere in Frage.

Wir wollten nicht in Nakhon Sri Thammarat bei meiner Frau heiraten, da sonst unsere Freunde von Phuket nicht mitgekommen wären. Ausserdem konnten wir so die Zahl der Verwandtschaft begrenzen;-)

Auch die Variante chinesischer Tisch kam nicht in Frage, da ich Angst hatte, dass die grosse Zahl ungeladener Gäste für Chaos und enorme zusätzliche Kosten sorgen würde.

Also überzeugte ich mein Frau davon die Hochzeit ganz anders zu gestalten.

Unsere Rahmenbedingungen

Für die Feier hatten wir uns folgende Rahmenbedingungen gesetzt:

  • Max. Budget von 300.000 Baht (für alles, inkl. Fotograf, Kleid, Anzug, DJ, Prewedding Fotoshooting)
  • Max. Gäste: 50 am Morgen; 250 am Abend
  • Open Air Location am Meer
  • Traditionelle thailändische Feier am Morgen und westlich am Abend mit DJ, Buffet (statt Menü)

Mit diesem Budget und den groben Vorstellungen machten wir uns auf die Suche nach Locations, Weddingstudios und Fotografen.

Allerdings gab es dabei ein Problem:

Wir waren auf einen ganz bestimmten Tag festgelegt.

Wie in Thailand üblich hatte ein kundiger, älterer Verwandter den besten Tag für die Hochzeit bestimmt. Für uns der 01.08.2009.

Ein anderer, astrologisch einwandfreier Termin war in diesem Jahr für uns nicht vorgesehen.

Die Location direkt am Meer

 

kan eang @ pier restaurant empfehlung phuket

Restaurants und Hotels mit Blick oder direkt am Meer gibt es auf Phuket viele. Das richtige zu finden war schwierig.

  • zu teuer
  • zu weit im Norden der Insel(da viele unserer Gäste im Süden von Phuket lebten wollten wir das vermeiden)
  • bereits ausgebucht
  • nicht das richtige Ambiente

Doch nach einigem Suchen fragten wir im Kan Eang @ Pier an.

Dies stellte sich als echter Glücksgriff heraus. Das Restaurant war noch frei, der Kostenvoranschlag im Rahmen und die Inhaberin Khun Wannee kümmerte sich höchstpersönlich um die Ausarbeitung eines Konzepts.

Das Restaurant ist zudem noch eines meiner persönlichen Lieblingslokale und liegt unmittelbar am Meer und gleich neben dem Chalong Pier von dem ich jahrelang mit dem Tauchboot zum arbeiten gefahren war. Da passte einfach alles.

kan eang @ pier restaurant hochzeit phuket

 

Prewedding Fotoshooting

Ein wichtiger Bestandteil einer jeden thailändischen Hochzeit ist das Prewedding Fotoshooting. Dieses findet einige Wochen vor der Hochzeit statt.

Die meisten Wedding- oder Fotostudios bieten da diverse Pakete an z.B.: mit Bildern im Studio, im Freien, in traditioneller Kleidung, in Weiss etc.

Ich hätte zunächst gerne darauf verzichtet, da dies nicht so mein Ding ist, aber dieses Shooting war für meine Frau sehr wichtig und so vereinbarten wir einen Termin.

Nachträglich eine sehr gute Entscheidung. Auch wenn ich anfangs überhaupt keine Lust darauf hatte so bin ich im Nachhinein sehr glücklich die Bilder zu haben.

Einige davon habe ich sogar regelmäßig auf dem Blog und Social Media als Profilbilder genutzt;-)

Das Fotoshooting fand in zwei Teilen an einem Tag statt. Aus den geschossenen Bilder suchten wir uns dann einige Motive aus und liessen daraus Einladungen drucken.

Es begann um 4 Uhr morgens mit Schminken für meine Frau so dass wir vor Sonnenaufgang die ersten Bilder schiessen konnten. Der gesamte Morgen war Hochzeitsbildern im Hochzeitsoutfit gewidmet.

Locations waren unter anderem: der Chalong Pier, Laem Promthep, Nai Harn See und Nai Harn Beach.

Ein Blick hinter die Kulissen meiner Hochzeit in Thailand - Hochzeitsplanung

fotoshooting hochzeit thailand phuket

hochzeits fotos auf phuket

Am Nachmittag ging es dann in privater Kleidung in den Norden von Phuket nach Mai Khao. Unser Fotograf hatte sogar einen Oldtimer aufgetrieben. Da wir mit seiner Arbeit so zufrieden waren buchten wir ihn dann auch direkt für die Hochzeitsfeier.

fotoshooting hochzeit auf phuket

sonnenuntergang auf phuket

Überhaupt war der Fotograf ein Glücksgriff, denn er stand kurz vor dem Durchbruch und ist heute in ganz Thailand unterwegs und wird vornehmlich von reichen Thais gebucht. Seinen Tagessatz könnte ich heute wohl nicht mehr bezahlen;-)

Brautkleid und Hochzeitsanzug

Für unsere Hochzeitskleidung entschlossen wir uns zunächst zur Miete. Dies ist in Thailand generell so üblich und es gibt unzählige Weddingstudios, die Kleider und Anzüge vermieten. Die Auswahl, Qualität und Preise schwanken so dass sich Vergleichen lohnt.

Letztlich mietete ich mir nur den thailändischen Anzug für den morgendlichen Teil, da ich beim besten Willen keinen passenden oder tragbaren Anzug für den Abend finden konnte. So dass ich mich an den Schneider meines Vertrauens wandte und mir einen neuen Anzug auf Mass schneidern ließ.

Der Vorteil dabei ist, dass ich den auch heute noch tragen kann;-)

Meine Frau fand nach langem Suchen je ein Kleid für morgens und für abends, die beide gegen einen Aufpreis als Neuware bestellt wurden und erst dann in den Verleih gingen.

Somit hatte auch sie trotz Miete ein nagelneues Kleid!

Die Familie aus Deutschland kommt und Junggesellenabschied

Nachdem wir die Vorbereitungen fast abgeschlossen hatten rückte der grosse Tag immer näher. Die ersten Gäste aus Deutschland trafen ein, darunter meine Eltern und Geschwister, meine Tante, die Cousine meiner Mutter mit Mann, ein guter Freund aus meiner Jugend und meine Oma, die mit fast 80 Jahren zum ersten Mal nach Asien flog.
Ausserdem war auch noch ein alter Schulfreund meines Vaters dabei, der sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen lassen wollte.

Sie alle buchte ich im Sukko Cultural Spa & Wellness Hotel* ein, da es nur 2 Minuten von meinem damaligen Wohnort entfernt war. Das Hotel ist auch wirklich schön gemacht und alle hatten eine gute Zeit. Nachteil ist aber, dass es etwa 20 Minuten vom Meer entfernt ist.

Das einzige Hindernis, dass nun noch zwischen mir und der Hochzeit stand war der Junggesellenabschied. Meine Jungs wollten nochmal an die legendären Partynächte meiner ersten Jahre anknüpfen.

Die Nacht endete in riesigem Chaos als eine vollkommen betrunkene Thai durchdrehte und 3x versuchte mich mit ihrem Auto zu überfahren und dabei u.a. ein Straßenschild niedermähte (glücklicherweise, sonst hätte es wohl keine Hochzeit gegeben…)

Insgesamt also ein erfolgreicher Abschluss meiner Junggesellenzeit;-)

Nur gut, dass wir danach zwei Tage Erholungspause vor der Hochzeit hatten….

Dies war der erste Teil dieses Berichts über meine Hochzeit. Im zweiten Teil erfährst Du alles über den Ablauf der Hochzeitsfeier…

Falls Du Interesse daran hast in Thailand zu heiraten und noch Fragen hast dann  empfehle ich Dir den Phuketastic Wedding Service, meine eigene Firma, die ich vor ein paar Jahren übernommen haben. Wir sind ein erfahrenes, eingespieltes  und deutschsprachiges Team, das seit Jahren Hochzeiten auf Phuket organisiert. Mehr Infos zum Heiraten auf Phuket findest du hier.

Beim deutschen Arzt in Phuket – Mein persönlicher Erfahrungsbericht

deutscher arzt phuket orthopaede

Seit Wochen leide ich unter Knieschmerzen.

Genauer gesagt: nicht im Knie, sondern etwas unterhalb. Es ist besonders beim Joggen schmerzhaft. Zumindest in den ersten 10-15 Minuten, danach habe ich mich dann entweder an den Schmerz gewöhnt und kann ihn ignorieren, oder er lässt tatsächlich nach.

Leider wurden die Beschwerden aber immer mehr und selbst im Alltag spüre ich zunehmend den Schmerz, z.B. beim Treppen steigen oder wenn ich beim Spielen mit meinem Sohn auf dem Boden sitze.

Eigentlich wollte ich ja nichts weiter machen und einfach nur den Trainingsumfang reduzieren und abwarten.

Doch dann erzählte mir ein Bekannter von einem deutschen Arzt auf Phuket, der nicht nur Orthopäde, sondern auch Sportmediziner sei.

Und das machte mich dann neugierig.

Meine Erfahrung mit dem deutschen Arzt auf Phuket

Ich suchte im Internet nach dem deutschen Arzt und stiess dann schnell auf die Webseite www.phuket-international-health-clinic.com. Diese ist komplett auf Englisch und lässt auf den ersten Blick nicht vermuten, dass es sich um deutsche Ärzte handelt.

Doch bei einem Blick auf die Ärzte Profile stellte ich fest, dass es nicht nur einen deutschen, sondern sogar zwei deutsche Ärzte gibt. Und mit einem davon: Prof. Pässler war ich 2006 und 2007 zwei mal auf den Similan Inseln beim Tauchen, er als Gast und ich als Tauchguide. So klein ist die Welt;-)

Da ich jetzt ja wusste, dass es sich tatsächlich um deutsche Ärzte handelte schrieb ich eine Email auf deutsch an die Arzt Praxis und bat um einen Termin.

Dr. Melcher beantwortet Mails und Telefon selbst!

Was mich sehr erstaunte war die Antwort. Diese war nicht nur extrem schnell und auf deutsch, sondern von Dr. Gerhard Melcher persönlich!

Wir vereinbarten einen Termin für den frühen Nachmittag drei Tage später.

Leider konnte ich den Termin wegen einer kurzfristigen beruflichen Verpflichtung nicht wahrnehmen. Deshalb rief ich am Morgen vor dem vereinbarten Termin auf der Nummer der Praxis an. Und wiederum war ich erstaunt, denn es war Dr. Melcher selbst, der ans Telefon ging. Wir verschoben den Termin ganz unkompliziert auf zwei Tage später auf den Abend.

Die Terminvergabe wurde mir dadurch erleichtert, dass die Praxis täglich, auch am Wochenende bis 20.00 Uhr geöffnet hat.

Die deutsche Arztpraxis von Dr. Melcher in Patong

Mit Google Maps im iPhone* und einer ungefähren Idee davon wo sich die Praxis in Patong befindet machte ich mich auf den Weg.

Die International Health Clinic liegt am nördlichen Ende von Patong neben dem Andaman Beach Suites Hotel, das von der Hauptstrasse aus gut ausgeschildert ist.

Mein Termin war um 19.00 Uhr und ich war zu diesem Zeitpunkt der einzige Patient. Die beiden Damen am Empfang gaben mir einen Patientenregister zum Ausfüllen, danach setzte ich mich für 2 Minuten und schon durfte ich weiter zum Doktor gehen. Nicht ohne vorher noch zwei Schnappschüsse vom Eingangsbereich zu schiessen;-)

deutscher arzt phuket thailand

deutscher arzt phuket lektüre

Übrigens, kann ich zu den Sprachkenntnissen der Helferinnen nicht sagen, da ich mich mit ihnen auf Thai verständigte. Und der Doktor das ebenfalls machte. Ich gehe aber davon aus, dass sie Englisch können. Deutsch wohl eher nicht, sondern hätte Dr. Melcher die Mails wohl nicht selbst beantwortet.

Dr. Melcher ist ein durchtrainierter Endvierziger mit einer sehr ruhigen, angehmen Art. Ganz offensichtlich ist er nicht nur Sportmediziner, sondern auch aktiver Sportler. Wie ich in diesem interessanten Artikel über ihn las war er jahrelang Mitglied des deutschen Nationalteams im Skikunstspringen. Aber auch abgesehen davon ist sein Werdegang höchst interessant und erfrischend anders.

Er nahm sich ausgiebig für mich Zeit, insgesamt etwa 45 Minuten, was sicherlich auch daran lag, dass es keine anderen Patienten zu betreuen gab.

Nach der orthopädischen Untersuchung war er sich fast sicher den Grund für meine Beschwerden zu kennen. Ein sog. Morbus Osgood Schlatter.  Das ist eine entzündliche Erkrankung am Schienbein, die normalerweise bei Jugendlichen durch sportliche Überlastung auftritt. Zudem bildet sich ein knochiger Knubbel auf dem Schienbein, am Ansatz der Patellasehne.  Und scheinbar ist diese Sehne durch mein in letzter Zeit gestiegenes Trainingsvolumen wieder gereizt.

Um die Diagnose zu bestätigen machte er, wiederum höchstpersönlich, einige Röntgenbilder von meinem Knie.

röntgen bild vom knie phuket

Darin ist sehr schön der Knochenvorsprung zu sehen über den die Patellasehne schleift.

Auf meine Frage was ich denn jetzt machen könne sagte Dr. Melcher: „Naja, Sie könnten den Knochen abschleifen lassen. Aber dazu würde ich Ihnen nur raten, wenn Sie mit dem Laufen Geld verdienen…“

Letztlich gab er mir zahlreiche Tipps mit auf den Weg, wie ich die Beschwerden auf konservative Weise loswerden könnte. Die Diagnose und Röntgenbilder erhielt ich übrigens direkt nach der Untersuchung per Email zugesandt.

deutscher arzt phuket dr melcher praxis

Was hat mich der Spass gekostet?

Als ich den Termin ausmachte und auch noch als ich in der Praxis war wusste ich nicht was preislich auf mich zukommt. Ich habe keine Versicherung, die ambulante Behandlungen mit einschliesst. Insofern war mir von vornherein klar, dass ich die Kosten privat bezahlen müsste.

Also, was hat mich die gesamte Untersuchung gekostet?

Insgesamt 3,000 Baht.

Davon 1,500 Baht für die ärztliche Untersuchung und 1,500 Baht für das Röntgen.

Ist das viel?

Sagen wir so. Es ist mehr, als ich bei einem thailändischen Arzt in einer Praxis bezahlt hätte. Es ist aber gemessen an den Preisen an einem der internationalen Krankenhäuser ein sehr fairer Preis.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass sich ein deutscher Arzt fast 45 Minuten Zeit für mich genommen hat. Alle Fragen beantwortet und von sich aus viele Tipps gegeben hat. Wer schon einmal in den Genuss der Beratung vieler thailändischer Ärzte gekommen ist, der weiss es sehr zu schätzen einen Arzt zu haben, der tatsächlich mit seinem Patienten spricht. Und dem man nicht jedes Wort aus der Nase ziehen muss, um dann letztlich dennoch keine echte Antwort zu bekommen.

Von daher finde ich den Preis überaus angemessen.

Für Patienten mit einer Auslandskrankenversicherung oder einer lokalen Versicherung die ambulante Versorgung mit einschliesst ist der Preis ohnehin nicht so wichtig.

Empfehlung für Patienten aus D-A-CH

Wer das angenehme mit dem nützlichen verbinden möchte, der kann sich auch in Thailand orthopädisch behandeln lassen und dabei die heimische Versicherung bezahlen lassen. Das klappt  z.B.auf Voranfrage, d.h. die Versicherung und die deutsche Arztpraxis vereinbaren eine Kostenübernahme. Aber auch, wenn die Behandlung auf Grund einer Verletzung vor Ort notwendig wird.

Mein persönliches Anliegen war kein schwieriger Fall und es bestand auch keine Notwendigkeit zum Arzt zu gehen. Allerdings bin ich froh darüber zu wissen, dass es einen deutschen Arzt auf Phuket gibt an den ich mich wenden kann, wenn ich einmal echte Beschwerden bekommen sollte.

Alle Infos zur Phuket International Health Clinic (PIHC) auf einen Blick:

Lage:

Phuket International Health Clinic
at the Andaman Beach Suites Hotel
35/2 Prabaramee Road, Patong Beach, Kathu, Phuket 83150

Öffnungszeiten:

Montag bis Samstag: 9 Uhr bis 20 Uhr

Sonntag:                      11 Uhr bis 20 Uhr

Kontakt:

Tel: 66(0)76 342 856
Email: info@pihc.asia
Web: www.phuket-international-health-clinic.com

Warst Du schon einmal als Patient in der PIHC auf Phuket? Würdest Du Dich in Thailand lieber von einem deutschen Arzt behandeln lassen?

Ein kleiner Einblick in mein Leben in Thailand – 2013 Edition

ein kleiner einblick in mein leben in thailand 2013 version

Es ist der Wunsch vieler Phuketastic Leser mehr über das Leben in Thailand zu erfahren.

Doch wie leben wir Farangs in Thailand eigentlich?

Diese Frage lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten.

Zu unterschiedlich sind die Lebensumstände, zu unterschiedlich die Wohnorte.

Ich kann nicht für das Leben anderer sprechen. Darüber weiss ich zu wenig.

Also stelle ich einfach mein eigenes vor.

Eine typische Woche in unserem Leben auf Phuket

Habe ich überhaupt so etwas wie eine typische Woche?

Während der letzten 9 Jahre haben sich meine Lebensumstände fortwährend verändert:

Ich lebe seit Oktober 2004 auf Phuket. War als Tauchlehrer, Hotelmanager und im internationalen Vertrieb tätig. Die ersten Jahre war ich Single und ständig im Nachtleben unterwegs. Seit 2009 bin ich verheiratet und seit Oktober 2010 Vater. Ende 2011 brachen wir unsere Zelte in Thailand ab und gingen vorübergehend zurück nach Deutschland.  Damit gab es lange Zeit keine wirklich typische Woche.

 

arbeiten in asien

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Allerdings hat sich das in den letzten Monaten etwas verändert.

Im Januar 2013 kehrten wir nach einem Jahr in Deutschland wieder nach Thailand zurück. Für die ersten beiden Monate wohnten wir in einem Guesthouse, bis wir schliesslich in ein Haus umzogen und uns auch beruflich wieder neu einrichteten.

haus in phuket

Meine Frau arbeitet eine 5-Tage Woche im Palm Garden Resort im Management und ich bin selbständig als Berater für europäische Hersteller im Badbereich tätig, Phuketastic betreibe ich derzeit nur nebenbei. Unser Sohn geht während der Woche in den internationalen Kindergarten Smiley Kidz.

Von Montag bis Freitag ist unser Tagesablauf deshalb relativ fix und von Arbeit und Kindergarten bestimmt. Meine Frau arbeitet von 7 bis 16 Uhr, ausser am Freitag, dann hat sie Doppelschicht und arbeitet von 7 – 21 Uhr. Unser Sohn Vito muss zwischen 8 und 9 Uhr im Kindergarten sein und wird zwischen 16.30 und 17 Uhr abgeholt.

Ich selbst bin zeitlich recht flexibel und arbeite sowohl tagsüber, als auch morgens, abends und am Wochenende und bin auch regelmässig für die Arbeit in ganz Asien unterwegs.

verbotene stadt beijing

 

seoul korea palast wachablösemanila

Während der Woche sind wir nach der Arbeit nicht mehr sonderlich aktiv und verbringen etwas gemeinsame Zeit zu Hause.
Etwa die Hälfte der Zeit essen wir abends zu Hause, z.B. einen Salat oder Brotzeit(mit Brot, Wurst und Käse) oder ein von meiner Frau gekochtes thailändisches Essen. An den anderen Abenden gehen wir auswärts eine Kleinigkeit essen, meist einfache Reisgerichte oder Nudelsuppe.

phat krapao thailand essen garküche

Hin und wieder gehe ich aber auch einmal zu einer Veranstaltung, wie dem Weintest im Green Man und wenn die K.O. Phase der Champions League losgeht, dann bin ich auch regelmässig bei und mit Freunden, um die Spiele live zu sehen. So etwa die Halbfinals und das Finale der letzten Saison.

champions league finale in phuket schauen

Das Wochenende – Zeit für Ausflüge

Die Wochenenden sind es an denen wir die Vorteile auf Phuket zu leben geniessen und wir nutzen die freie Zeit sehr regelmässig für Ausflüge.

Mein Wochenende startet normalerweise mit Jogging, gemeinsam mit einem Freund, am Bangwad Stausee in Kathu. Ich laufe regelmässig auch während der Woche, hauptsächlich, weil ich in den letzten 3-4 Jahren über 20 kg zugenommen habe. Mittlerweile bin ich wieder deutlich schlanker und mein Ehrgeiz hat mich etwas gepackt.

Hier einige Bild von meiner Laufstrecke. Eine Runde um den See sind 6,5km, wir laufen meist 2 Runden sind aber dabei unsere Distanz zu steigern.

bangwad dam phuket stausee

der phuket stausee in kathu

hügel rund um den phuket stausee fernab der touristen

joggen unter bäumen phuket

Je nach Wetter und Laune entscheiden wir uns meist spontan für einen Ausflug. Das kann ein Besuch von Sehenswürdigkeiten sein, an denen wir schon Dutzende Male waren, wie der Big Buddha oder einer der vielen Aussichtspunkte, genauso wie das Erkunden von für uns neuen Zielen wie dem kürzlich geöffneten botanischen Garten, dem 360 Andaman View Point oder dem Wat Sri Soonthorn.

botanischer garten phuket

360 andaman view point phang nga phuket

wat srisoonthorn phuket liegender buddha

Ich persönlich interessiere mich auch sehr für die Geschichte von Phuket und liebe die chinesisch geprägte Seite von Phuket in Phuket Town. Darum sind wir regelmässig in Phuket Town, erkunden die Altstadt rund um die Thalang Road oder weniger bekannte Tempel und chinesische Schreine, z.B. auf Koh Sirae oder Sapan Hin.

sino portugiesisches gebäude phuket town

chinesischer tempelwächter phuket

shrine of the serene dhamma phuket town chinesischer tempel
Auch lokale Feste und Veranstaltungen, wie das Hungry Ghost, Vegetarian oder Phuket Old Town Festival versuchen wir wenn immer es geht zu besuchen.

opfergaben por tor festival schildkröten

schülerband phuket town live musik old town festival

Wenn wir einfach nur entspannen wollen machen wir uns einen schönen Tag am Strand, meist am Nai Harn Beach oder einem kleinen versteckten, z.B. Ao Sane oder Laem Ka Beach, oder an einem Wasserfall.

laem ka noi beach phuket

nai harn beach phuket

baden im lampi wasserfall phang nga

Und natürlich ist Phuket ein idealer Ausgangspunkt für Tagestouren in die Umgebung, wie etwa nach Koh Yao Yai, nach Khao Lak, etwa zum Rafting oder Baden in Wasserfällen, die etwas grösser sind als die in Phuket, wie der Lampi Wasserfall. Gelegentlich gehe ich auch einmal Tauchen oder wir fahren mit Freunden auf ihrer Motoryacht zu den umliegenden Inseln.

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Und wenn wir einmal faul sind, dann bleiben wir einfach zu Hause und relaxen in unserem kleinen privaten Pool;-)

privater pool phuket

Essen gehen und Nightlife am Wochenende

Während der Woche essen wir, wie bereits beschrieben oft zu Hause oder gehen auswärts nur Kleinigkeiten essen.

Am Wochende dagegen geniessen wir es in einem der unzähligen Restaurants der Insel gut essen zu gehen. Das ist einer der riesigen Vorteile von Phuket. Die Auswahl an Restaurants ist unglaublich gross mit Küchen aus aller Welt, von einfachen bis gehobenen Restaurants, in schickem Design, ausgefallenem Stil oder komplett ohne, direkt am Wasser, auf dem Berg, in der Stadt, was auch immer man sich vorstellen kann.

Ganz besonders gern verbinden wir einen Ausflug mit einem guten Mittag- oder Abendessen entweder direkt am Meer oder mit Ausblick, wie z.B. hier im Kan Eang 2 in Chalong oder am Rawai Beach.

kan eang 2 in chalong essen gehen phuket

essen gehen in rawai phuket

 

Wie vielleicht aus dem bisher beschriebenen hervorgeht sind wir keine grossen Partypeople. Meine Frau war das noch nie wirklich und ich habe mich im Alter von 15 bis 25 Jahren für mehrere Leben ausgetobt und bin froh diese Zeit überlebt zu haben. Darum bevorzugen wir es am Wochenende eher etwas ruhiger und gehen nur sehr selten einmal aus.

Selbstverständlich gibt es auch die Wochenenden an denen wir uns mit Freunden treffen, zu einem BBQ eingeladen werden oder einladen, oder abends auf eine private Party gehen, insbesondere die legendären Kostümparties, der Chalong Partyboys;-)

kostüm party in phuket

Doch im grossen und ganzen nutzen wir die freie Zeit als gemeinsame Familienzeit, dies ist speziell für unseren Junior wichtig, der ja während der Woche tagsüber doch recht lange von uns getrennt ist.

Oftmals stehen daher seine Wünsche im Vordergrund und wir gehen Affen oder Fische füttern, zur Schildkrötenstation hinter dem Phuket Aquarium, Boote schauen oder auch ganz normal auf einen Spielplatz.

fische füttern phuket

affen in phuket

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Dazu muss ich aber auch erwähnen, dass meine beiden besten und engsten Freunde mittlerweile leider nicht mehr in Phuket leben, der eine weil er nach 8 Jahren nach Deutschland zurück wollte, der andere weil er in Bangkok studiert.

Miss you guys!!

freunde in thailand

Das notwendige Übel – Auch Einkaufen muss sein

Leider sind unsere Wochenenden aber nicht nur Spass, zumindest nicht für mich, denn es ist auch alle 2 Wochen die Zeit zu der wir unseren Grosseinkauf machen. Während der Woche kaufen wir viele westliche Lebensmittel im Villa Market Supermarkt, der keine 5 Minuten entfernt ist und eine riesige Auswahl an Farang Bedarf bietet. Aber zum Grosseinkauf fahren wir normalerweise in den Big C Supermarkt, etwa 20 Minuten von uns entfernt.

Unser Sohn findet den Big C ganz toll, denn im Untergeschoss gibt es dort eine grosse Kidszone mit vielen Computerspielen, Fahrgeräten, einer Hüpfburg und diversen Kinder-Spielautomaten. Und so hat auch der Pflichtbesuch im Supermarkt etwas positives, denn wir können dem Kleinen eine Freude machen und ihn etwas spielen lassen.

kinder ecke im big c phuket

Das ist MEIN Leben! 

Wir führen kein aussergewöhnliches Leben. Wir arbeiten, schmeissen den Haushalt, ziehen unseren Sohn gross und versuchen dabei soviel Spass und Freude in unserem Leben zu haben wie möglich. Und das gelingt uns ziemlich gut!

Für mich könnte es momentan keinen besseren Ort geben um zu leben.

Deutschland ist für mich definitiv kein Thema mehr. Ich habe es nach 7 Jahren in Thailand nochmal versucht und bin grandios gescheitert. Für 14 Monate verging nicht ein Tag, an dem ich nicht unglaubliches Heimweh nach meinem Leben in Thailand hatte.

Seitdem wir wieder zurück sind geniesse ich das Leben umso mehr.

Ich bin glücklich hier und das ist doch das Wichtigste im Leben!

So, das war ein kleiner Einblick in mein Leben. Und wie lebst Du?