7 Dinge, die ich durch meinen ersten Triathlon gelernt habe

phuket triathlon

Ich hab’s geschafft!

Kurz reiße ich die Arme hoch und balle die Fäuste, als ich durch den Zielbogen laufe.

Dann wird mir erst einmal schwarz vor Augen. Mein Kreislauf sackt etwas zusammen und ich taumle einige Meter vor mich hin, bis ich einen Platz im Schatten finde, um mich hinzusetzen.

Kurz darauf frisch versorgt mit Cola, Wassermelonen und viel Wasser geht es mir schon viel besser und ich bin einfach nur glücklich und stolz meinen ersten Triathlon geschafft zu haben.

Mittlerweile ist über eine Woche vergangen seitdem ich die Ziellinie des Laguna Phuket Triathlon nach 1,8km Schwimmen, 55km Rad fahren und 12km Laufen bei 35C im kaum vorhandenen Schatten überquert habe. Und noch immer schwebe ich auf einer kleinen Wolke 7 und bin ziemlich happy und stolz.

Selbstverständlich soll es mit diesem ersten Triathlon auch nicht gewesen sein und so war ich bereits wieder 4x trainieren. Und auch den nächsten Triathlon habe ich bereits im Visier. Dieser wird wenn alles nach Plan läuft gemeinsam mit John von philippinen-tours.de auf den Philippinen stattfinden.

Doch bevor es an die Zukunftsplanung geht möchte ich erst einmal einen kleinen Blick auf die letzten knapp 6 Monate werfen, in denen ich mich auf diesen Triathlon vorbereitet habe. Eine intensive Zeit, in der ich einiges über mich und das Erreichen von Zielen gelernt habe.

Meine wichtigsten Lektionen habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst, da ich denke, dass sie auch für Dich von Nutzen sein können, wenn Du Dir Ziele gesetzt hast, die außerhalb Deiner Komfortzone liegen.

Und das sind doch letztlich die interessanten Ziele, nach denen es zu streben lohnt, die Dich weiter bringen und bei Erreichen mit Stolz erfüllen.

Darum steht mein Punkt 1 zeitlich auch vor dem eigentlichen Prozess ein gesetztes Ziel zu erreichen.

1. Setze Dir Ziele, die außerhalb Deiner Komfortzone liegen

Don’t play it safe! Wenn Du Dir Ziele setzt, dann mach sie wenigstens so groß, dass Du etwas Angst davor bekommst und Du nicht weißt, wie und ob Du es schaffen kannst. Ziele dürfen ruhig etwas unrealistisch sein.

Genau das war das Ziel den Phuket Triathlon zu schaffen für mich:

Weit außerhalb meiner Komfortzone.

Zum Zeitpunkt als ich den Entschluss gefasst habe daran Teil zu nehmen, war ich mir nicht sicher ob ich es ins Ziel schaffen würde. Ich hatte richtig Schiss mich anzumelden und saß fast 3 Stunden vor der Online Anmeldung und konnte mich nicht überwinden. Als ich mich dann endlich angemeldet hatte und die Onlinezahlung abgeschlossen war schoss mir das Adrenalin durch den Körper und ich zitterte erst einmal für einige Minuten am ganzen Körper.

Es ist diese Angst vor dem Ungewissen, vor dem was da draußen außerhalb Deiner Komfortzone lauert, die Dich davon abhält einfach mal loszulegen.

2. Starte bevor Du bereit bist

Wenn Du Dir ein Ziel setzt, das außerhalb Deiner Komfortzone liegt oder auch bei den meisten anderen Zielen, dann ist eines der größten Hindernisse Dein interner Widerstand. Du fühlst Dich einfach noch nicht bereit. Weil Du die Erfahrung noch nicht hast, weil Dir Ressourcen fehlen, weil Du psychisch und/oder physisch noch nicht in der Lage bist Dein Ziel zu erreichen.

Und das ist auch ganz normal!

Ziele, die außerhalb Deiner Komfortzone liegen sind mit Deinem jetzigen Kenntnis-/Erfahrungsstand oder körperlichen Fähigkeiten nicht zu schaffen. Solche Ziele verlangen Dir einiges ab, sie zwingen Dich dazu als Person zu wachsen und Deine Fähigkeiten zu erweitern.

Wenn Du darauf wartest bist Du Dich bereit fühlst dann kannst Du ewig warten. Du wirst Dich NIE bereit fühlen. Darum lege los, auch wenn Du noch nicht bereit bist.

Auch wenn es noch so abgedroschen klingen mag:

Mach einfach den ersten Schritt und setze einen Fuß vor den anderen. Und wenn Du nach einigen Wochen zurück blickst wirst Du erstaunt sein über die Fortschritte, die Du gemacht hast.

Als ich mich für den Triathlon angemeldet habe war ich übergewichtig (fast 15kg über meinem Normalgewicht), hatte kein Fahrrad, auch nicht wirklich genügend Geld, um mir eines zu kaufen und bin auch noch nie zuvor in meinem Leben mehr als 30km am Stück Fahrrad gefahren. Und das letzte Mal als ich mehr als 100m am Stück geschwommen bin war wohl auch schon über 10 Jahre her.

Dennoch meldete ich mich einfach mal an, in dem Vertrauen, dass ich das alles schon geregelt bekommen würde.

Und so war es dann auch.

Fürs Schwimmen kaufte ich mir eine neue Badehose und eine Schwimmbrille und schon konnte es losgehen. Laufen war ich auch vorher schon regelmäßig 2-3 mal die Woche.

Trotz meines beschränkten Budgets fand ich schließlich ein passables Einsteiger Rennrad, verzichtete auf die Klickpedale und legte in meinen, alten Turnschuhen einfach mal los.

rennrad kaufen phuket

Schon wenige Wochen später konnte ich die 70-80km Radtouren und auch die teil sehr steilen Anstiege auf die Hügel von Phuket gut meistern.

Und als dann der Tag der Wahrheit kam war ich in Form und hatte ganz nebenbei auch noch über 10 kg abgenommen.

3. Mach Dein Ziel konkret, überprüfbar und setze Dir ein Enddatum

Ich möchte hier nicht allzu viel Worte über das richtige Setzen von Zielen verlieren. Dazu gibt es bereits einiges im Netz und diversen Büchern zu finden. Persönlich finde ich diesen Ansatz von Thomas Mangold sehr gut, der für mich ebenfalls funktioniert.

Wichtig ist aber auf jeden Fall Dein Ziel konkret und überprüfbar zu machen und es mit einem Enddatum zu versehen. Sonst wird das nichts.

Hätte ich mir wie in den Jahren vorher immer gesagt: „Irgendwann einmal machst Du auch einen Triathlon…“ dann würde ich vielleicht irgendwann einmal einen Triathlon machen oder auch nicht. Das gleiche ist es mit dem Blog, den Du irgendwann einmal starten willst, das Traumgewicht, das Du irgendwann einmal erreichen willst und auch allen anderen Zielen.

Irgendwann kann unendlich gedehnt werden. Ein festes Datum nicht.

Und überprüfbar und konkret muss Dein Ziel auch sein.

In meinem Fall war das Ziel so:

„Ich will am 23.11. den Laguna Phuket Marathon in einer Zeit von weniger als 4 Stunden schaffen und dabei beim Fahrrad fahren an den Hügeln nicht absteigen und beim Laufen keine Gehpausen einlegen.“

Das ist konkret, hat ein Enddatum und ist sehr genau zu überprüfen.

Mit meinem Phuket Blog war mein Ziel anfangs so gesetzt:

„Bis zum 31.12.2014 baue ich Phuketastic zum führenden deutschsprachigen Phuket Blog auf, erreiche 30,000 Leser im Monat und erziele drei Monate in Folge Einnahmen von mehr als 2,000 Euro.“

Und genau solche Zielformulierungen empfehle ich Dir auch.

4. Mach Deine Ziele öffentlich

Das erste was ich nach der Anmeldung für den Triathlon machte war mein Vorhaben auf Facebook zu posten.

Warum?

Weil ich wusste, dass ich von diversen Leuten immer wieder darauf angesprochen werden würde. Auch in den Wochen bis zum Triathlon sprach ich immer wieder über mein Ziel bzw postete auf Facebook darüber und wurde regelmäßig auf den Trainingsfortschritt angesprochen.

Und da ich nicht als Sprücheklopfer da stehen wollte motivierte mich dieser öffentliche Druck dazu auch konsequent auf den Triathlon zu trainieren und am Tag der Wahrheit alles zu geben.

Egal was Dein Ziel auch ist:

Nutze die Macht des öffentlichen Drucks aus.

Erzähle Deinen Freunden und Deiner Familie von Deinem Vorhaben. Außer den ewigen Pessimisten, denn die werden versuchen Dir Dein Ziel schlecht zu machen und auszureden.

Poste auf Facebook, halte die Leute auf dem Laufenden und Du wirst fest stellen, dass Du viel konsequenter an Deinem Ziel arbeiten wirst und nicht so schnell (oder am besten gar nicht;)) aufgeben wirst.

5. Hole Dir Unterstützung

Ein ganz wesentlich Faktor für das Gelingen meiner Vorbereitung war auch, dass ich nicht versucht habe den Weg alleine zu gehen.

Ich konnte einen Freund davon überzeugen ebenfalls am Triathlon teil zunehmen. Auch für ihn war es der Erste und auch er hatte kein Fahrrad.

Gemeinsam gingen wir auf Fahrradkauf. Tauschten uns über den Trainingsfortschritt aus und trainierten regelmäßig an den Wochenenden gemeinsam. Das war ungemein wichtig, denn sonst hätte ich sicherlich die eine oder andere lange Radausfahrt Samstag morgens um 6 Uhr bei Regen ausfallen lassen.

Zu sehen, dass mein Trainingspartner bereits 2x trainieren war und ich noch nicht war oftmals Ansporn genug meinen faulen Arsch hoch zu bekommen und eine Runde laufen zu gehen.

Ähnlich war es aber auch beim Aufbau meines Online Business. Ich hätte den Weg niemals komplett alleine gehen können. Sehr hilfreich hierbei war der regelmäßige Austausch mit anderen Bloggern und Entrepreneuren, wie Patrick, Tim, John, Thomas, Franco und vielen mehr.

Auch meine Mastermindgruppe war und ist ein starker Rückhalt.

Unterstützung und Austausch mit anderen Gleichgesinnten ist unglaublich wichtig. Darum veranstalten Tim und ich auch den Mastermind Tag in Bangkok, speziell für alle, die noch am Anfang ihrer Online Business oder Digital Nomaden Karriere stehen. Dies ist eine wunderbare Gelegenheit direktes Feedback zum eigenen Projekt zu bekommen und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

6. Visualisiere Dein Zieltriathlon dinge gelernt

Ebenfalls sehr hilfreich für mich war es mir den Ablauf des Triathlons regelmäßig vor dem geistigen Auge vorzustellen.

Wie ich den Strand hinunterlaufe, ins Meer springe und meinen Schwimmrhythmus finde. Wie ich an den steilen Anstiege auf die Hügeln von Phuket mühelose hinauf fahre und dabei andere Radler hinter mir lasse. Und wie ich den Lauf trotz der Hitze ohne Gehpause durchziehen werde.

Vor allem aber stellte ich mir den Zieleinlauf vor und wie glücklich und stolz ich dabei war. Am Wettkampftag war ich vorbereitet und konnte besonders beim wirklich zähen 12km Lauf in der prallen Sonne von dieser Visualisierung profitieren.

Auch bei anderen Zielen, wie dem Aufbau meines Online Business nutze ich Visualisierung und stelle mir dabei insbesondere vor, wie mein Tagesablauf ist, wenn ich meine Ziele erreicht habe.

7. Hab Spaß dabei

Das Wichtigste aber ist es, dass Du Spaß dabei hast Dein Ziel zu verfolgen. Es bringt Dir absolut nichts, wenn Du verkrampft einem Ziel hinterher rennst, dass Dir nichts bedeutet. Mir hat das Training auf den Triathlon (zumindest zu 95%) genauso viel Spaß gemacht wie das Erreichte Ziel selbst. V.a. aber hatte ich Lust darauf mich zu verbessern, über meine Grenzen zu gehen.

Gleiches ist es auch in meiner Selbständigkeit. Ich mache das, weil es mir Spaß macht. Arbeiten, die mir zwar Geld einbringen ich aber keine Lust darauf habe werden systematisch aus meinem Leben entfernt.

Spaß und Freude sind ein ganz wichtiger Punkt, wenn Du Deine Ziele erreichen willst. Hast Du keinen Spaß bei dem was Du tust, dann solltest Du Dir sehr gut überlegen, welchen Sinn es hat Deine Ziele weiter zu verfolgen.

Der Triathlon und vor allem die Vorbereitung darauf waren ein wunderbares Erlebnis. Ich bin als Person daran gewachsen, bin so fit wie schon seit meiner Jugend nicht mehr. Und konnte auch einiges für meine Online Selbständigkeit mitnehmen.

Meine nächsten großen sportlichen Zielen für 2015 sind der Phuket Marathon im Juni mit einer Zielzeit von 3.45h und der Laguna Phuket Halbironman im November mit einer Zielzeit von unter 6 Stunden.

Du darfst mich gerne darauf ansprechen und nach dem Fortschritt fragen;)

Doch zuvor möchte ich von Dir hören welche Ziele außerhalb Deiner Komfortzone Du im nächsten Jahr angehen willst?!

Schreib mir in den Kommentaren!

1 Antwort

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  1. […] meinen “Werdegang als Triathlet” während der letzten vier Jahre nachdenken als ich den Rennbericht von Sebastan zu seinem ersten Start beim Laguna Phuket Triathlon gelesen habe. Es ist schon erstaunlich, wozu […]

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